Sonntag, 31. Januar 2010

Porno Unplugged (2) - Fabian Burstein im Interview

Interview mit Regisseur Fabian Burstein

Auszug aus einem Interview in der Süddeutschen Zeitung zu PORNO UNPLUGGED:

SZ: Was stand am Anfang des Films? Woher stammt dein Interesse an dieser Branche?
FB: Vor drei Jahren habe ich für ein österreichisches Filmmagazin ein Dossier über die drei Hauptdarsteller geschrieben. Bei den Recherchen hatte ich das Gefühl, zwar irrsinnig viel gesehen zu haben, aber doch nur an der Oberfläche dieser Welt gekratzt zu haben. Aus diesem Interesse entstand dann die Idee zu „Porno Unplugged“.

SZ: Du sprichst am Anfang des Films davon, wenn überhaupt, dann nur vielschichtige Antworten auf die Frage zu finden, was Menschen an Pornografie so reizt. Gibt es trotzdem eine Quintessenz, die du bei der Arbeit an diesem Film gelernt hast?
FB: Definitiv habe ich zwei Dinge gelernt: Die ganze Branche ist unglaublich widersprüchlich. Sie oszilliert zwischem untersten Sozialgrind und extrem prospektiven Entertainment, zwischen Pornomesse und Plattenbau und zwischen professionell-ökonomisch und einfach nur schmuddelig.
Die zweite Erkenntnis ist, dass die gesamte Branche sehr imagefixiert ist. Jeder männliche Darsteller mimt ununterbrochen den geilen Hengst und jede Frau spielt ständig die laszive Femme fatale. Deswegen hat es uns sehr viel Zeit gekostet, den Darstellern wirklich nahezukommen. Dass Renee Pornero für uns kocht, ist das Resultat von zweieinhalb Jahren, in denen ich immer wieder Kontakt mit ihr hatte.

SZ: Das Interessante an deinem Film ist, dass du den Protagonisten emotional nahe kommst. Was aber hältst du vom Pornokonsum? Glaubst du, wir sehen zuviel Pornos?
FB: Ich spiele ungern den Hobbypsychologen, aber ja: Ich glaube, dass die permanente Verfügbarkeit von Pornografie nicht gut ist.

SZ: Warum?
FB: Weil Maßstäbe gesetzt werden, oder sexuelle Kriterien aufgestellt werden, mit denen gerade Minderjährige nur schwer zurechtkommen. Jeder Mensch hat ein Recht darauf, seine Sexualität frei auszuleben. Aber es gibt eine Art sexuelle Entwicklung, einen Reifeprozess im Laufe des Lebens. Eine 40-jährige Frau kann wahrscheinlich, wenn sie in einem Film zuerst eine Deepthroat-, dann eine Rough-Anal- und schließlich noch ein ATM-Szene sieht, das Gesehene einordnen und mit ihren Bedürfnissen abgleichen und damit umgehen. Ein 14-jähriges Mädchen aber ist damit überfordert.

Das vollständige Interview kann man hier nachlesen:
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/468332/2/1#texttitel


Mittwoch, 27. Januar 2010

Porno Unplugged (1) - DVD Special Edition von Fabian Burstein

Wie geht heutzutage ein 27-jähriger junger Mann als Journalist und Regisseur das heikle Thema Porographie an? Und wie setzt er es für die Zuschauer filmisch interessant um? Eine DVD Special Edition (2009) gibt die Antwort:

PORNO UNPLUGGED

PORNOUNPLUGGED ist ein dokumentarisches Roadmovie, ein Trip ins Ungewisse. Die Abenteuerreise des Journalisten Fabian Burstein, der hinter die menschlichen Kulissen einer geächteten Industrie blickt. Von Budapest aus fährt er nach Westen: Immer auf den Spuren eines weltweiten Phänomens, das auch tief im kleinen Österreich verankert ist.

Während seiner Reise begegnet Fabian Burstein den frivolen Helden der Geschichte: Mick Blue, Renee Pornero und Thomas Janisch sind Protagonisten der internationalen Porno Szene. Was sie eint, ist ihre Herkunft: Alle drei sind Österreicher. Doch damit erschöpfen sich die Gemeinsamkeiten auch schon wieder: Die ehemalige Anal-Queen Renee Pornero hat ihre Darstellerinnen-Karriere desillusioniert an den Nagel gehängt und versucht sich nun von Wien aus als Porno-Produzentin. Auswanderer Mick Blue mischt hingegen unbeirrt als "Superstecher" den amerikanischen XXX-Markt auf und avancierte dabei zum Director seiner eigenen DVD-Reihen. ÖKM-Boss Thomas Janisch hat generell und jederzeit die Hosen an - er verwaltet von Bad Ischl aus ein mächtiges Erotik-Imperium.

Privatleben, Drehs, Messen, Preisverleihungen, Träume, Beziehungen, Konflikte, Enttäuschungen.

Budapest, Wien, Graz, Bad Ischl, Las Vegas, Los Angeles.

PORNOUNPLUGGED folgt den heimischen Porno-Stars dorthin, wo ihr Leben stattfindet: In Swinger-Clubs und Luxus-Villen, auf Porno-Sets und VIP-Partys, zu Konzernzentralen und Schmuddel-Messen. Immer auf der Suche nach einem Traum, den niemand so recht verstehen will. Schon gar nicht der berühmt-berüchtigte "Porno-Jäger" Martin Humer, der sich in PORNOUNPLUGGED noch einmal an die Öffentlichkeit wendet.


Unplugged, das heißt in der Musik "ohne Verstärker"...
PORNOUNPLUGGED ist eine Geschichte über Menschen.
So wie sie sind. Ohne Verstärker. Unplugged ....

Quelle:
http://www.pornounplugged.com/film.html


Auf Anfrage hat mir der Autor und Regisseur Fabian Burstein folgende Information mitgeteilt, für die ich mich bei ihm recht herzlich bedanke!

Die deutsche DVD + Soundtrack ist tatsächlich eine Uncut Version (ident mit der österreichischen), die abgesehen von Amazon auch in den großen Ketten wie z.B. Saturn und Mediamarkt verfügbar sein müsste - darüber hinaus ist Porno Unplugged seit kurzem auch auf der Website unseres Vertriebes Filmladen (Filmladen - Online-Shop) als legaler Download für einen recht moderaten Preis erhältlich.

Weitere Links:
http://www.pornounplugged.com/
http://www.youtube.com/watch?v=iqEtOGdQh1o
http://www.youtube.com/watch?v=qBflaBW5bd0
http://forum.dvd-forum.at/film-allgemein-42/unknown-pleasures-2-independent-film-festival-berlin-vom-1-19-januar-102109.html


Review von Imagination

Mainstrem jenseits der Wahrnehmungsschwelle“


Zu Pornos habe ich ein distanziert-ablehnendes Verhältnis. Die Kommerzialisierung der Sexualität ist destruktiv und ich lehne sie als unmenschlich ab. Trotz dieser Vorbehalte habe ich PORNO UNPLUGGED angeschaut. Und Fabian Bursteins Werk hat mich auf Anhieb überzeugt. Es ist eine stets kurzweilige und informative, vor allem aber ehrliche Dokumentation über ein schmutziges Gewerbe: die globale Porno-Szene. Dort bewegen sich Menschen wie du und ich im weltweit vernetzten Geschäft mit dem Hardcore Sex .

"Reisen erweitert den Horizont"

Ich habe mich vom Filmemacher eingeladen und mitgenommen gefühlt auf der langen Reise durch Europa und Amerika beim ungenierten Blick hinter die Kulissen der Porno-Branche. Im Fokus standen dabei die menschlichen Schicksale, die im Film ungeschminkt und ehrlich dokumentiert sind. Dabei konnte ich mich dem Sog der Entwicklung und dem Fortgang der Story kaum entziehen. Das spricht für Fabian Burstein und seine unbefangene Art, ein heikles und brisantes Thema mutig anzupacken und den Zuschauen nüchtern und direkt zu präsentieren.

"Wie viel Horizont möchte man wirklich sehen?"

Interessant ist die Betrachtung der Porno-Industrie aus verschiedenen Blickrichtungen. Zwei Protagonisten und ein Produzent schildern das schmutzige Geschäft mit der Vermarktung der Sexualität aus drei unterschiedlichen Profi-Perspektiven. Der durchaus sympathische Akteur Mick Blue und die attraktive Darstellerin Renee Pornero machen ebenso wie der kalkulierende Geschäftsmann Thomas Janisch die Höhen und Tiefen des Porno-Business deutlich. Sie schildern aufrichtig und direkt ihre Freuden und Sorgen. Und sie kennen auch die Gefahren und Abgründe des horizontalen Gewerbes.

"Perverse Abscheulichkeiten"

Eine Überraschung ist der Auftritt des selbsternannten österreichischen Porno-Jägers Martin Humer. Er hat in den letzten Jahrzehnten versucht mit Aktionen und Anzeigen die Ausbreitung der Pornographie im Mainstream und in der Öffentlichkeit zu verhindern. In mehreren Statements kommt er ausgiebig zu Wort und warnt vor einer hemmungslosen Pornographisierung der Gesellschaft. Seine Präsenz im Film zeigt das aufrichtige Bemühen von Fabian Burstein, die Porno-Branche objektiv und ausgewogen von mehreren Seiten darzustellen.

"Porno ist oft näher an uns dran, als wir denken"

Gewundert hat es mich außerdem, dass die Mutter des Pornostars Mick Blue bereit war, vor der Kamera die Karriere ihres Sohnes zu kommentieren. Das ist ihr sichtlich nicht ganz leicht gefallen. Sie hat zwar die Porno-Branche als normales Geschäft und die sexuellen Einsätze ihres Sohnes als normale Arbeit bezeichnet, die sie auch akzeptiert. Aber dabei war zu spüren, dass sie die Entscheidung ihres Sohnes letztlich nicht verstehen kann. Wer ist schon glücklich darüber, wenn das eigene Kind ein Pornostar ist?

"Schließlich geht es hier nicht um Nähe, sondern um Sex"

Ungewohnt mutig fand ich es, dass Fabian Burstein im Film einen Spagat wagt. Einerseits berichtet er aus der objektiven Perspektive des Autors und Regisseurs über die Facetten der Porno-Industrie. Andererseits schlüpft er auch selbst in die subjektive Rolle eines Mitwirkenden, der sich inmitten des Geschehens bewegt und damit auch Teil der Dokumentation wird. Hin und wieder ist er im Film wie ein großer Junge fast teilnahmslos anwesend. Dabei wirkt er auf sympathische Weise neutral und unschuldig. Und während er sich einfach vom Geschehen mitnehmen lässt, ist er aber auch geistig aktiv im weiter suchen.

"Es geht nicht um Zärtlichkeit, es geht ums Kommen"

Erklärterweise will Fabian Burstein direkt und "ohne Verstärker" - unplugged - einfach das Porno-Gewerbe und seine Menschen zeigen, darstellen. Er lässt die anderen für sich sprechen, will selbst aber nicht werten und urteilen, schon gar nicht moralisch. Die Widerwärtigkeiten und Abgründe der kommerziellen Porno-Szene werden im Film nicht ausgespart. Sie dokumentieren schonungslos, warum man hier viel Geld verdienen, aber letztlich keine Liebe finden kann. Pornographie ist der auf animalische Triebe reduzierte Sex ohne menschliche Beziehung, erotische Spannung oder gar persönliche Liebe.

"Wir sind ja nicht zum Spaß hier, sondern um zu ficken"

PORNO UNPLUGGED ist ein interessanter Film, in dem auch explizite sexuelle Handlungen gezeigt werden und die im Genre üblichen Ausdrucksweisen zu hören sind. Aber trotz der kurzen Hardcore-Sex-Sequenzen triftet die Dokumentation weder optisch noch akustisch ins Obszöne und Peinliche ab und bleibt authentisch. Der Film fasziniert in seiner Machart durch einen gewissen österreichischen Charme. Und er desillusioniert gleichzeitig jeden, der Pornographie verklärt. Zum sexuellen Aufgeilen oder als Wichsvorlage eignet er sich nicht. Aber er zeigt, dass die Vermarktung des Geschlechtsverkehrs die Menschen nicht frei, sondern abhängig macht: "Wir sind ja nicht zum Spaß hier - wir sind hier um zu ficken."
Dem Regisseur Fabian Burstein, seinem Team und allen Beteiligten bei der Realisierung der Dokumentation danke ich für das gelungene Werk!


Sonntag, 24. Januar 2010

Die Geschichte des Richard O. (2) - Foto-Dokumentation

Die Geschichte des Richard O. wurde am 12. Januar 2010 auf 3sat im französischen Originalton mit deutschen Untertiteln (OmU) ausgestrahlt. Die Fernsehfassung hatte eine Laufzeit von 85 Minuten (1 Stunde und 25 Minuten).

Die Geschichte des Richard O.
in Screenshots


Im folgenden werden die Sexszenen - einige SC und die expliziten HC Darstellungen - mit Screenshots dokumentiert.





















































Die Geschichte des Richard O. - 2007
Originaltitel: L'histoire de Richard O.
Drehbuch und Regie: Damien Odoul
In der Hauptrolle: Mathieu Amalric
http://www.imdb.com/title/tt1051905/

Link zum download
Hier ist ein Clip aus dem Web mit einer Zusammenstellung der expliziten Szenen zum downloaden:
http://rapidshare.com/files/349139848/LHistoiredeRichardO.Sex-Collection.avi