Mittwoch, 14. April 2010

Aufrichtige Bekenntnisse eines jungen Mannes, der um wahrhaftige Liebe ringt

Ein Out-of-Genre-Beitrag von CarpeDiemFreunde,
der jenseits von echtem Sex im Film
die aufrichtigen Bekenntnisse eines jungen Mannes offenbart,
der mit Vernunft und Leidenschaft
um wahrhaftige Liebe im Leben ringt.


CarpeDiemFreunde hat einige intime Passagen aus verschiedenen Briefen an Geliebte und Partnerinnen zusammenhanglos und namenlos veröffentlicht. Es sind berührende und bewegende Zeugnisse voller Bekenntis, Liebe und Schmerz, Selbstkritik und Angst.


Briefwechsel zwischen Liebenden

Sinn und Ziel dieser Publizierung
"Ich möchte mit dieser Veröffentlichung, keinen intimen Raum einer vergangenen Wegbegleiterin zerstören, sondern namenlos und identitätslos in die Tiefe der bewegendsten Momente eintauchen. Diese ehrlichen Fragen und Klagen, diese ernsten Ängste und Regungen, großen Freuden und Träume, in ihnen steckt viel, viel Wahrheit" - CarpeDiemFreunde.

Ehrliche Nacktheit ermöglicht die Kunst des Verschmelzens
Sich ganz in seiner „Nacktheit“ nicht nur körperlich, sondern auch geistig, seelisch, träumerisch, individuell zu präsentieren, also sein ganzes „ich“ sein persönliches „selbst“, unverschleiert, enthüllt zu zeigen! Ein Traum oder Alpraum der meisten Menschen, ist der einzig wahre Schlüssel für eine aufrichtige Vereinigung! In den Punkten Sexualität, Liebe, Seelenverwandtschaft und Lebenssinn. Das ist Geborgenheit, das ist Ehrlichkeit, diese Nacktheit gilt nicht nur dem Körper sondern umfasst alles! In diesem Raum entspringt die Kunst von Tantra, die Kunst des Liebens, die Kunst des „schaffens“ und „geben“, Die Kunst des „verschmelzen“ und „neuformierung“, die Kunst der Schönheit zu erliegen, die Kunst die Seele eines anderen zu berühren, die Kunst des „Erblühens“ und „wiederfinden“, die Begeisterung die in grenzenloser Schönheit und in der Kunst des Lebens liegt! Dort will ich mit dir hin, diese Räume werden wir betreten.

Brückenbauer zweier Welten
Ich bin, wie in vielen Lebenslagen und Lebensfragen, ein Brückebauer zweier Welten und Perspektiven, mit dem Ziel sich selbst treu zu bleiben und trotzdem dem Kompromiss eine Chance zu geben.

Stufenweise Wegbegleitung
Ich werde alles tun, im Rahmen des Möglichen, dich weiterhin auf Händen zu tragen, bin gewillt mit dir Stufe um Stufe zu durchschreiten, habe ebenso jederzeit Verständnis dafür, wenn du dich von mir trennst. Ich biete dir ein Stück meines Weges auf eine ungewisse Dauer mit einem ebenso ungewissen Ziel.


Verlangen nach Grenzüberschreitung
Es war das Verlangen nach Grenzüberschreitung, das heben und weiten von vorhandenen Grundsätzen und Grenzen, das überschreiten des Gewohnten, dass uns diese spezielle Ebene des gegenseitigen Vertrauens eröffnet hat.

Veränderndes Bild

Vielleicht hast du dieses kleine mystische Geheimnis auch entdeckt, dass sich das Bild vom Anderen in intensiven und umschlungenen sowie stimulierenden und erregenden Phasen plötzlich vermischt, verändert und neu bildet.

Beklemmende Anziehungskraft

Ich war auch von dieser beklemmenden Anziehungskraft irritiert, denn es war uns nicht gestattet Grenzen zu überschreiten. Moral, Gesellschaft, Verpflichtungen all dies hinderte uns Grenzen zu überschreiten und in eine ferne Welt einzutauchen!

Abgründe überwinden Ich habe gesehen welche Abgründe und Himmel diese Erde bietet, habe Abenteuer und Routine gleichermaßen erkannt, auch in mir wohnen große Ängste, auch ich habe Zwänge und Mauern unüberwindbare Festungen meiner Einsamkeit. Doch weiß ich wie schmerzvoll selbsterbaute Mauern sein können, wie sehr man mitschwimmen möchte und am Ufer zurückbleibt und den anderen hinterher sieht, ich habe die Überwindung geschafft, manchmal falle ich trotzdem auch wieder zurück.

Reise ohne Ziel

Wir haben gelernt, wenn man nicht mehr nach Sexualität strebt dann ist man „natürlich“ schüchtern und sehr respektvoll. Denn man handelt ohne Motiv! Wie eine Reise ohne Ziel!

Gefahr der Abhängigkeit Es ist eine Kunst sich innerhalb einer Sekunde zu verlieben, doch ebenso ein Laster und eine große Gefahr!! Die Gefahr der Abhängigkeit und Ohnmacht!

Erfahrungen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten

Ich habe die Unwichtigkeit von Alter, dennoch die Bedeutung von Zeit entdeckt! (Altersunterschied von 19 Jahren)

Ich habe die Bedeutungslosigkeit von Grenzen, dennoch Ihre Anwesenheit entdeckt!

Ich habe den Unterschied der Erfahrung, dennoch der Genuss der im „unerfahren“ also in der Freiheit liegt entdeckt!

Ich habe deine Bilder und somit die Phantasie in dir entdeckt, mich von der Realität erschrecken lassen!

Ich habe 2 Welten wahrgenommen, die Unvereinbarkeit, dennoch den Willen nach Vereinigung gespürt!

Das Geheimnis entschlüsseln Ich möchte dich nicht beängstigen oder dir etwas aufzwingen, meine Welt ist auch nicht immer bunt und leicht, lebenswert und glücklich, ich möchte dein Geheimnis herausfinden. Das Mädchen in dir, dass sich nach Abenteuer und Veränderung sehnt, das Leben mit seinen Überraschungen bejaht, Neugierde und Interesse für andere Welten zeigt, sich nach einer Begleitung nach Träume sehnt. Ich kann dir das nicht geben, vielleicht auch niemand anderer, vielleicht könnte ich dir ein bisschen die Augen öffnen, die Sehnsucht schüren, ein paar Abenteuer bescheren aber den Zugang zu deinen Inneren liegt in dir und das weißt du sehr genau.

Faszinierende Seiten

Es ist ein schönes Gefühl einen Brief zu lesen, ein Glas Rotwein zu trinken, einen Zigarillo zu rauchen und an deine Lebendigkeit zu denken! So stelle ich mir dein Bild vor, in unserem Fall kreuzen sich Phantasie und Wirklichkeit. Ich bin Stolz darauf, behaupten zu dürfen dass beide Seiten mich faszinieren.

Wahres Lieben In meinen Augen gibt es keine Liebe, sondern nur das lieben! Und dieses lieben entsteht und gründet auf „hormonelle“ Unabhängigkeit und somit auf Klarheit. Wahre Liebe entsteht und wächst, baut auf ein stabiles Fundament und einer „seelischen“ und „emotionalen“ Verbindung die auf Dauer stärker, schöner und ehrlicher ist als jedes „verliebt sein“! Das „verliebt sein“ ist nur die Vorstufe!!, nur der trügerische Anfang, wahre Liebe und Genuss entsteht ab der Überschreitung dieser Stufe.

Einsamkeit und Unabhängigkeit

Ich habe es dir schon erzählt, die Einsamkeit zu verstehen ist der Schlüssel zur Unabhängigkeit! Keine Angst vor dem Dunkeln und der „inneren“ Leere zu haben, bedeutet neue Lebensqualität und Handeln ohne Motive!

Ringen um Vernunft und Leidenschaft

Es gibt Momente im Leben, liebe H., in denen man in sich kehrt und sich dem Leben öffnen muss. Es klingt wie Musik, ein lang überhörter Ruf des Lebens, der nach neuen Werten und Möglichkeiten schreit. Es fühlt sich an wie kräftiger Puls, tiefes Verlangen nach Zweisamkeit und Zärtlichkeit, Verständnis und Verwirklichung. Es raubt den Atem, weil der lang geführte Krieg zwischen Geist und Herz, Vernunft und Leidenschaft augenblicklich die Waffen und die Konflikte kapitulieren und sich dem Boden des Friedens hingeben. Es war ein Stocken in mir, mir wurde meine eigene Unfähigkeit bewusst. Ich sah in einem Bilderfilm, alle Erfahrungen und Enttäuschungen augenblicklich, einzeln, vermischt und verschwommen zu einer Tragödie und Komödie werden. Die Laster der Tugend, die Lächerlichkeit der Liebe, die Verletzungen der hohen Erwartungen, die Liebesunfähigkeit und die Schwere der Liebe, alles wurde zu unserer gemeinsamen Komödie und Tragödie.

Bedingungslos auf dem Pfad der Freiheit

Ich bin es nicht gewohnt, jemandem hinterherzulaufen, ich bin Junggeselle und beschreite Pfade der Freiheit, bedingungslos, so wie ich die Schritte setze..... In diesem Fall bewege ich mich in einem unbekannten Gebiet, in dem meine Schritte auch etwas zagreich und ängstlich sind.
Ich gehe die Wege der Leichtigkeit, bin auch in Krisen und Zweifel, laufe in Gefahr mich zu verleuugnen, zu verlieren, aber ich schreite heiter Raum durch Raum, mit Lebensgeist und Freude am Gehen.

Das sind einig kurze Ausschnitte........
So ist das Leben, so ist die Jugend März 2010
CarpeDiemFreunde

Vereinigung - loderndes, schmelzendes Herz -
von Werner Szendi

Danke, CarpeDiemFreunde, für deine aufrichtigen Bekenntnisse, die dein Ringen um wahrhaftige Liebe mit Vernunft und Leidenschaft offenbaren. Als Out-of-Genre-Beitrag in diesem Blog bereichert deine Präsentation wesentlich die sonst hier dokumentierte Thematik Sex im Film . Sie verweist auf den inneren Grund, der das Leben eines jedes Menschen trägt - das lodernde Feuer der Liebe im Herzen. Die Erfüllung ihrer tiefen Sehnsucht finden die Liebenden im Akt der ganzheitlichen Vereinigung ihrer Körper und der totalen Verschmelzung von Geist und Seele.

Sonntag, 11. April 2010

The Life and Death of a Porno Gang (3) - Interview mit Regisseur Mladen Djordjevic

"Mir war es wichtig, mutige Darsteller zu finden, die ihre nackten Körper ohne Vorurteile benutzen, wie ein normales Werkzeug, genau wie ihre Augen, ihre Hände, ihre Stimme. Meine erste Idee war, echte Pornodarsteller aus „Made in Serbia“ Rollen in dem Film spielen zu lassen, aber es stellte sich als unmöglich heraus. Die Charaktere, die ich geschrieben hatte, waren zu komplex für Laienschauspieler. Außerdem lassen sich die echten Pornodarsteller nur schwer an das seriöse Filmgeschäft in Serbien binden. Da ich also keine echten Pornodarsteller nehmen konnte, war es mir wichtig, neue, frische Gesichter mit einer neuen Energie zu finden. Am Ende des schwierigen Prozesses der Darstellersuche bin ich auf die jungen, tapferen, talentierten Menschen gestoßen, die den Geist des Wandels in der serbischen Kinematografie eingeleitet haben."

Mladen Djordjevic im Interview mit Jochen Werner
über "The Life and the Death of a Porno Gang"

Jochen Werner, Firmjournalist des Online-Filmmagazins F.LM und Kurator des PornFilmFestival Berlin führte ein Gespräch mit dem 32-jährigen serbischen Regisseur Mladen Djordjevic über dessen provozierenden Film "The Life and Death of a Porno Gang".
Hier wird das Interview aus F.LM wiedergegeben.

Durch Schlamm und die Hölle erlöst

Jochen Werner im Gespräch mit Mladen Djordjevic

F.LM: Expliziter Sex, Sodomie, Vergewaltigung, Mord, Snuff – Ihr Film "The Life and Death of a Porno Gang" (Zivot i smrt porno bande, Serbien 2009) behandelt eine Menge kontroverser Themen. Gleichzeitig scheint er in jedem Moment von einer sehr konkreten, dunklen Realität zu erzählen.

Mladen Djordjevic: Der Film ist sozial und politisch in den Kontext des heutigen Serbiens eingebunden. Die Nachwirkungen der Kriege auf mich sind evident: Ich bin in einer Gegend aufgewachsen, in der es normal war, die Gräueltaten des Krieges unzensiert im Fernsehen zu sehen. Dies ist ein Film über den Kampf zwischen Eros und Thanatos. Dieser Kampf ist grade innerhalb des Balkans interessant, wo es oft der Tod ist, der gewinnt. Für mich ist diese Dunkelheit nicht abstoßend, sie ist attraktiv. Ich mag diese gefallenen Charaktere und Outsider, daher hat dieser Film auch kein zu starkes Lokalkolorit. Außenseiter werden in jedem System ziemlich ähnlich behandelt. Meine Charaktere sind Ausgestoßene, und das sind sie unabhängig vom jeweiligen politischen System. Der Film geht außerdem auf ein beliebtes Thema hier in Serbien ein – dem Aufeinanderprallen des urbanen und ländlichen Serbiens. Ich habe gezeigt, dass die Grenzen zwischen den beiden unscharf sind und nicht existieren. Ich wollte keinen Schwarz-Weiß-Film machen, keine Partei ergreifen.

F.LM: Ihr Film vermittelt eine große Dringlichkeit in der Art des Umgangs mit seinen brutalen Themen. Wie persönlich war dieses Projekt für Sie?

Mladen Djordjevic: Der Film ist insoweit autobiografisch, dass er einem jungen Regisseur folgt, der versucht, seinen ersten Spielfilm zu drehen. Genau wie ich stößt er dabei auf viele Schwierigkeiten und eine Herausforderung: den Kompromiss zu akzeptieren. In seinem Fall, genau wie in meinem, ist das keine Option. Die Hauptfigur, der es nicht möglich ist, die Art von Filmen zu machen, die er machen möchte, wendet sich der Pornoindustrie zu und beginnt, Pornos zu drehen. Das ist ein Akt der bewussten und gewollten Selbstzerstörung, damit er durch Schlamm und die Hölle erlöst werden kann. Ich hingegen war in der Lage die Filme zu machen, die ich machen wollte und war nicht zu Pornos gezwungen, doch ich teile eine gewisse Dosis der Selbstzerstörung mit meinem Hauptdarsteller.

F.LM: Ihr erster Film „Made in Serbia“ war eine Dokumentation über die serbische Pornoindustrie. Basieren die dunklen Seiten dieser Industrie, so wie Sie sie in"The Life and Death of a Porno Gang" darstellen, auf den Erfahrungen, die Sie während der Arbeit an „Made in Serbia“ gemacht haben?

Mladen Djordjevic: Ja, "The Life and Death of a Porno Gang" ist in einer gewissen Weise ein Sequel zu meinem vorherigen Film. Die Hauptfiguren sind von den Leben der Pornodarsteller aus der Dokumentation inspiriert. Das Drehen und Schneiden der Dokumentation dauerte eineinhalb Jahre; in dieser Zeit lernte ich die örtliche Pornoindustrie ganz gut kennen. Natürlich ist »Industrie« ziemlich ironisch gemeint, da es mehr eine Manufaktur ist. Sie ist total unterentwickelt: Die Filme werden ohne Geld gedreht, die Schauspieler sind schwer unterbezahlt, haben Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen und leben ganz unten im sozialen Spektrum. Ihre Körper sind kümmerlich, unattraktiv. „Made in Serbia“ ist zuallererst eine bewegende Sozialgeschichte und mein Versuch, das gegenwärtige Serbien durch das provokante Prisma der Pornoindustrie zu porträtieren.

F.LM: Was genau fasziniert Sie an dem Thema Pornografie so sehr, dass Sie nun erneut darauf zurückgekommen sind?

Mladen Djordjevic: Mich interessiert Pornografie wegen des zuvor genannten Zusammenpralls von Eros und Thanatos. Thanatos gewinnt in der Pornografie, in der Erotik hingegen Eros. Pornografie hat diesen nackten, rohen, grausamen Zugang zum Leben und zu Sex, was sie für mich attraktiv macht. Sie hat dieses demystifizierende, banale Verlangen, das im heutigen Kontext der sterilen europäischen Kultur weniger verlogen erscheint als die maskierte, glatte, mentale Pornografie und die Banalität, die sich hinter der so genannten Kultiviertheit verbirgt. Wegen dieser Naivität erinnern mich Pornos an die naive Kunst, die mir gefällt.

F.LM: Obwohl Ihr Film niemals die Verbindung zur Realität verliert, ist er nicht nur ein „realistischer Film“, sondern auch klar als „Kunstfilm“ markiert. Welches sind Ihre wichtigsten filmischen Einflüsse?

Mladen Djordjevic: Mein Film ist sozial und politisch engagiert, aber ich wollte dem Klischee des Balkanfilms entkommen, wo es nur das gibt, nicht mehr. Ich habe die Herausforderung angenommen, die Tradition der Black Wave der späten 60er und frühen 70er (Jovanovic, Zilnik, Pavlovic, Makavejev) mit Elementen des gegenwärtigen japanischen Horrorfilms, amerikanischen B-Horrorfilmen und Filmen von Paul Morrissey, John Waters und Jodorowsky zu verbinden. Ich wollte sehen, wie Camp im Black-Wave-Schlamm funktioniert. Takashi Miike muss auch genannt werden, und sein Film „Visitor Q“ (2001). Er ist einer der wichtigsten Künstler der Filmgeschichte und einer der erfolgreichsten Ermittler im Gebiet von Sex und Gewalt in der Kinematografie. Ein weiterer ist der serbische Regisseur Jovan Jovanovic, Autor des Films „Healthy and Young Like a Rose“ von 1971. Dieser Film war Punk, bevor Punk überhaupt definiert wurde.

F.LM: Wie haben Sie Schauspieler gefunden, die bereit waren, für diesen Film so viel zu geben?

Mladen Djordjevic: Das Casting dauerte fünf Monate. Mein Angebot, in dem Film mitzuspielen oder überhaupt am Casting teilzunehmen, wurde von etwa 20-30 Darstellern abgelehnt. Sie störten die expliziten Sexszenen, ihre nackten Körper vor der Kamera zu zeigen. Das war nicht mehr die Mentalität wie vor den 90ern, die Einstellung der Zeit war anders. Die provinzielle Mentalität hat sich durchgesetzt. Mir war es wichtig, mutige Darsteller zu finden, die ihre nackten Körper ohne Vorurteile benutzen, wie ein normales Werkzeug, genau wie ihre Augen, ihre Hände, ihre Stimme. Meine erste Idee war, echte Pornodarsteller aus „Made in Serbia“ Rollen in dem Film spielen zu lassen, aber es stellte sich als unmöglich heraus. Die Charaktere, die ich geschrieben hatte, waren zu komplex für Laienschauspieler. Außerdem lassen sich die echten Pornodarsteller nur schwer an das seriöse Filmgeschäft in Serbien binden: Sie leben im Chaos, haben verschiedene andere Aktivitäten nebenher, und das geringe Gehalt, das ich ihnen anbieten musste, wäre nicht genug gewesen, um sie zu halten, was ein enormes Risiko für mich gewesen wäre. Da ich also keine echten Pornodarsteller nehmen konnte, war es mir wichtig, neue, frische Gesichter mit einer neuen Energie zu finden. Am Ende des schwierigen Prozesses der Darstellersuche bin ich auf die jungen, tapferen, talentierten Menschen gestoßen, die den Geist des Wandels in der serbischen Kinematografie eingeleitet haben.

F.LM: Wie schwierig war die Finanzierung des Films?

Mladen Djordjevic: Glücklicherweise ist es ein Low-Budget-Film, daher brauchte ich nicht viel Geld. Das Budget betrug ca. 140.000 Euro. Das moderate Budget war in gewisser Weise vereinbar mit der Ästhetik des Films und unterstützte sie stark. Bewusst aufgedrückte Produktionslimitierungen und die damit verbundenen Probleme sowie die Guerillataktiken des Drehs haben dem Ergebnis nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Für einen extremen Film wie diesen ist es schwer, in Serbien Finanzierung zu bekommen, und ich glaube, die Situation ist in Europa nicht besser. Der einzige Weg war, staatliche Förderung zu beantragen. Ich hatte Glück, dass die Jury ziemlich unabhängig in ihrer Entscheidung war (was in unserem Land extrem selten ist), und auch der Erfolg meines früheren Films „Made in Serbia“ half mir sehr bei ihrem Entscheidungsprozess. Nachdem die Dreharbeiten beendet und der Film geschnitten war, stieß ich allerdings erneut auf Widerstand: Als ich das Kulturministerium nach Geld für die Postproduktion fragte, intervenierte der Berater des Kulturministers, unser geehrter Regisseur Goran Markovic, und machte es uns unmöglich, das Material auf Film zu transferieren. Er hatte den Film nicht verstanden und erklärte, er hätte nach meinem Film nicht schlafen können und sei angewidert. Eine provinzielle Reaktion, was soll ich sagen. Aber die Auszeichnung beim Belgrader Filmfestival und die vielen hymnischen Kritiken, zusammen mit meinem Brief an den Kulturminister, haben eine Gesinnungsänderung hervorgerufen, und so habe ich am Ende doch noch mein Geld bekommen. Ich wurde auch von unseren berühmten Regisseuren Jovan Jovanovic, Zelimir Zilnik und Srdjan Dragojevic unterstützt.

F.LM: Wo wurde der Film bislang gezeigt? Und wie waren die Zuschauerreaktionen?

Mladen Djordjevic: Er wurde bei zahlreichen ausländischen Festivals gezeigt: in Stockholm, Amsterdam, Ravenna, Pucheon, Berlin, etc. In Ravenna wurde uns der Sonderpreis der Jury verliehen. Die Reaktionen variieren von Land zu Land. In Serbien verlässt ein Teil des Publikums immer den Saal, wenn die Gewaltszenen beginnen. Inzwischen ist der Film recht berüchtigt, und so kommen sie vorbereitet und die Zuschauer sind wie auserwählt. Beim Pucheon Fantasy Film Festival in Südkorea ist niemand gegangen, sehr höfliche Zuschauer. Die koreanische Gesellschaft ist traditionell und konservativ, sie finden extreme Gewalt nicht schlimm, aber sie sind von den expliziten Sexszenen geschockt, das gefällt ihnen nicht. Ich bin zu der Schlussfolgerung gekommen: Je mehr sie den Eros verstecken, desto mehr kommt er hervor in der Form des Thanatos, der Gewalt und ihrer bizarren Qualität. Darum sind koreanische Filme so explizit, wenn es um Gewalt geht. In Amsterdam, wo die Leute in niedlichen Schokoladenhäuschen wohnen, sind ca. 15 Leute beim ersten Zeichen von Gewalt gegangen. Das ging dann während der Snuff-Szenen weiter. Die, die bis zum Ende geblieben sind, haben den Film geliebt. Mir hat die Reaktion beim Berliner Pornfilmfestival am besten gefallen. Das ist ein Ort, wo sich eine sehr ernstzunehmende Zuschauerschaft versammelt, die von Klischees ermüdet ist und neues im Film verlangt,  gewillt ihre mentale und kreative Naivität zu verlieren. Berlin ist ein echtes, großartiges kulturelles Zentrum, bereit, alles zu erfassen und zu verstehen. Ich bin von der Stadt entzückt.

F.LM: Was sind Ihre weiteren Pläne für den Film?

Mladen Djordjevic: Der Kinovertrieb in Serbien läuft bereits seit drei Monaten. Der Film wird mit nur zwei Kopien gezeigt, da wir nicht mehr Geld hatten, und er läuft spät. Ende Dezember soll er auch in den Kinos in unserem Nachbarland Kroatien gezeigt werden. Beim Rest Europas und der Welt weiß ich noch nicht. Einige Verhandlungen haben stattgefunden, also warten wir’s ab …

Der Text ist erstmals erschienen im Splatting Image Nr. 80 (Dezember 2009). Er wurde im F.LM am 11.02.2010 gepostet.
Quelle:

http://www.f-lm.de/2010/02/11/durch-schlamm-und-die-holle-erlo

"Ich freue mich, dass meine Texte Neugier auf diesen wahrlich außergewöhnlichen Film geschürt haben - und hoffe natürlich auch auf eine baldige Veröffentlichung auf DVD, hierzulande oder sonstwo. Wenn dies geschieht, werden wir selbstverständlich bei F.LM darauf hinweisen." Jochen Werner

Mein Dank gilt dem Autor Jochen Werner, mit dessen freundlicher Einwilligung Review und Interview hier im Blog vollständig veröffentlicht werden. Imagination

The Life and Death of a Porno Gang (2) - Review von Jochen Werner

"Ein bizarres Spektrum sozialer Outcasts findet sich im Zeichen der freien Liebe und deren künstlerisch-kommerzieller Verwertbarkeit zusammen. Abgewrackte Pornodarsteller, Drogensüchtige, ein aidskrankes schwules Pärchen, ein zoophiler Transvestit – gleichwohl allesamt mit sehr zärtlichem Blick eingefangen und ernstgenommen in ihrem Versuch, dem korrupten Apparat zu entrinnen und ein hippieeskes Leben als sexuelle Bohème zu beginnen
Ein Werk von brutalster Wucht, voll von Tabubrüchen in der ungeschminkten, bewusst grenzüberschreitenden Darstellung von Akten extremer Sexualität wie extremer Gewalt."
Jochen Werner über The Life and the Death of a Porno Gang

Jochen Werner
ist Filmjournalist und gehört zum Redaktionsteam des
Online-Filmmagazins F.LM - Texte zum Film. Seit 2007 ist er auch einer der Kuratoren des PornFilmFestival Berlin. Für den Filmfachmann ist die Pornografie eine noch offene Form mit viel Potenzial für Entwicklungen. Solche Eigenschaften findet man in der Kultur sonst nicht. Der Filmjournalist erkennt in der alternativen Pornografie zwei unterschiedliche Stömungen. Die eine setzt beispielsweise auf mehr Handlung, die anderen ist experimentell ausgerichtet. „Die Experimentellen haben gute Chancen sich durchzusetzen“, lautet seine interessante Prognose.

Jochen Werner hat sich intensiv mit dem Film The Life and Death of a Porno Gang beschäftigt. In einer ausführlichen Rezension geht er dem Anliegen des Films auf den Grund. Und er hat mit dem serbischen Filmemacher Mladen Djordjevic ein Gespräch über dessen Film geführt. Review und Interview werden im Blog vollständig veröffentlicht.
Hier ist die Review von Jochen Werner aus F.LM:

Serbien, postapokalyptisch

The Life and the Death of a Pono Gang

(Zivot i smrt porno bande, Serbien 2009, Mladen Djordjevic)

Review von Jochen Werner

Marko ist ein junger, ambitionierter Filmschüler und will eigentlich Kunstfilme machen. Nicht als gefälliges Arthousekino, sondern in Horror- und Science-Fiction-Stoffe verpackt die nationalen Mythologien Serbiens erkundend. Natürlich findet er für seine ehrgeizigen Projekte keine Finanziers, und so nimmt er, was er bekommen kann: zunächst einmal das Geld des schmierigen Pornoproduzenten Cane. Damit inszeniert er einen surreal-prätentiösen Kunstpornofilm, der bei seinem Auftraggeber und dessen Kompagnon, einem skrupellosen Polizisten, auf wenig Begeisterung stößt. Marko wird gefeuert, bedroht und schließlich brutal zusammengeschlagen. Darauf entschließt er sich zu einem Medienwechsel und begründet das erste serbische Porno-Theater. Noch während der Premiere von der Polizei zerschlagen, entschließt sich die bunte Truppe um Marko herum schließlich, auf Tournee durch die Dörfer des ländlichen Serbiens zu gehen.

Bereits am Anfang verankert Regisseur Mladen Djordjevic, der bereits in dem Dokumentarfilm „Made in Serbia“ (2005) die traurigen Realitäten der serbischen Pornoindustrie erforschte, seinen ersten fiktionalen Film tief in der Gegenwart seines vom Krieg verwüsteten und traumatisierten Landes: Den ersten Pornodreh absolviert Marko, während die Bomben des Kosovokrieges auf Belgrad fallen, und alles Folgende ist stets vor dem Hintergrund einer geradezu postapokalyptischen Nachkriegszeit zu sehen. Dabei zielt das Personal von „The Life and Death of a Porno Gang“ zunächst einmal auf Allgemeingültigkeit ab: Ein bizarres Spektrum sozialer Outcasts findet sich im Zeichen der freien Liebe und deren künstlerisch-kommerzieller Verwertbarkeit zusammen.

Abgewrackte Pornodarsteller, Drogensüchtige, ein aidskrankes schwules Pärchen, ein zoophiler Transvestit – gleichwohl allesamt mit sehr zärtlichem Blick eingefangen und ernstgenommen in ihrem Versuch, dem korrupten Apparat zu entrinnen und ein hippieeskes Leben als sexuelle Bohème zu beginnen. Dieses ist freilich von vornherein zum Scheitern verurteilt: Die Bewohner der bereisten Dörfer beschimpfen, verlachen und verjagen die „Porno Gang“, und schließlich kommt es zur Eskalation. Zunächst (erneut) in Polizeigewahrsam genommen und auf barbarische Weise gefoltert und gedemütigt, trifft die zur Weiterreise gedrängte Truppe im Wald auf einen bewaffneten Mob von Bauern. In einer Sequenz von animalischer Gewalt werden alle Protagonisten von den entfesselten Dörflern brutal vergewaltigt, Männer wie Frauen, homo- wie heterosexuell, ganz egal. Dieser Moment ist auch ein Umschlagpunkt des Films: Die sexuelle Utopie, so überspitzt und campy sie hier auch gezeichnet war, ist nun endgültig gescheitert, das rohe, hässliche Leben dringt in die Künstlerträumereien ein und zerstört sie, unwiederbringlich. Der Moment der Demütigung, der gewaltsamen Aneignung der Körper und der künstlerischen Ideen, die an ihnen und ihrer Befreiung aufgehängt wurden, ist dabei auch ein Moment der Erkenntnis: Während sie noch von den viehischen Vergewaltigern anal penetriert werden, verzerren sich die von Schmerz gezeichneten Gesichter der erniedrigten Protagonisten zu einem brüllenden Lachen – ein Moment, der das Blut gefrieren lässt. Aus der aus den sozialen Fesseln herausgelösten Lebensfreude, die sie in liberalem Sex und absoluter Toleranz gegenüber jeder Form sexueller Normabweichung auf die Bühne bringen wollten, ist hier etwas zutiefst Verzweifeltes geworden. Die Wirklichkeit hat sie eingeholt und unterworfen, und sie ist grausam.

Mit dieser Niederlage der Ideale, unter denen Marko die Porno Gang ins Leben rief, ist der Weg gebahnt für die folgende Entwicklung, die seine Helden ebenso wie den Film selbst immer weiter dem Herz der Finsternis entgegentreibt: Marko trifft auf den Deutschen Franz, der einst als Kriegsberichterstatter mit selbstgedrehten Videos von Genozid und Massaker ein lukratives Geschäft auftat und dieses nun, als Produzent von Snuff-Filmen, professionalisiert hat und mit äußerstem Erfolg auch in der Nachkriegszeit weiterführt. An willigen Opfern für seine Filme mangelt es nicht: vom Krieg körperlich und seelisch verkrüppelte Lebensmüde, von Schuldgefühlen zerfressene Kriegsverbrecher, und schließlich auch einfache, arme Menschen, die mit der an die Hinterbliebenen gezahlten „Gage“ für ihre Familien sorgen wollen und die nichts mehr zu geben haben als ihr eigenes Leben. Franz bietet Marko an, einen entscheidenden Schritt weiter zu gehen: „Die Pornographie bleibt, der Tod kommt hinzu.“ Er könne der erste Künstler des Snuff werden, so Franz, und Marko kann auf Dauer nicht widerstehen. Schon früh im Film legt er die Ursache seiner Faszination an der Pornographie dar: den Kampf zwischen Eros und Thanatos, dem Liebes- und dem Todestrieb, den Thanatos in letzter Konsequenz für sich entscheide. Somit ist für Marko, den zunächst noch vorgeschützt edlen Motiven zum Trotz – Geld verdienen, um damit dann »das Richtige zu tun« –, der Weg zum Snuff ebenso konsequent vorgezeichnet wie für Franz jener von den Hinrichtungen des Krieges zu den Hinrichtungen des Friedens.

Die folgenden, als äußerst blutige set pieces in Szene gesetzten Morde und die darüber sich ereignende Zersetzung der Gruppe setzt Mladen Djordjevic in dokumentarischem Gestus in Bilder von einer rohen Unmittelbarkeit um, wie man sie in einer solchen Drastik schon lang nicht mehr auf einer Kinoleinwand gesehen hat. „The Life and Death of a Porno Gang“ ist nichts anderes als die Wiedergeburt des sozialkritischen Splatterkinos im Geiste der frühen Hooper, Romero und Craven – und zusammengedacht mit einer europäischen Kunstfilmtradition. Das Ergebnis ist ein Werk von brutalster Wucht, voll von Tabubrüchen in der ungeschminkten, bewusst grenzüberschreitenden Darstellung von Akten extremer Sexualität wie extremer Gewalt. Wie ein Faustschlag in die Magengrube kommt dieser kompromisslose Debütfilm daher, brennt sich vorerst unauslöschlich in die Erinnerung ein und schlägt in seiner fast körperlich spürbaren, aus politischem Bewusstsein wie Exploitation-Kinotradition befeuerten Dringlichkeit vielleicht gar, kurz vor dem Ausklingen der Dekade, ein neues, aufregendes Kapitel in der Kinogeschichte auf.

Der Text ist erstmals erschienen im Splatting Image Nr. 80 (Dezember 2009). Er wurde im F.LM am 20.01.2010 gepostet.

Quelle:
http://www.f-lm.de/2010/01/20/serbien-postapokalyptisch/

Nach den bisherigen Infos scheinen beide Filme von Mladen Djordjevic "The Life and the Death of a Porno Gang" und "Made in Serbia" kontrovers und anspruchsvoll zu sein. Jedenfalls weckt die Renzension die Neugier auf die Streifen. Ein Kinostart oder DVD Veröffentlichung in Deutschland ist derzeit nicht bekannt.

Mein Dank gilt dem Autor Jochen Werner, mit dessen freundlicher Einwilligung Review und Interview hier im Blog vollständig veröffentlicht werden. - Imagination

Freitag, 9. April 2010

The Life and Death of a Porno Gang (1) - von Mladen Djordjevic

Der Film des Regisseurs Mladen Djordjevic ist eine brutale Herausforderung, die mit ungeschützter Wucht den Zuschauer trifft. THE LIFE AND DEATH OF A PORNO GANG überschreitet bewusst alle Grenzen konventioneller Gewalt und Sexualität. In der Konfrontation mit der politischen Realität zeigt der Road-Movie ungeschminkt Tabubrüche, brachiale Gewalt und extremen Sex im Angesicht der Fratze des Todes.

The Life and Death of a Porno Gang
(Zivot i smrt porno bande, Serbia 2009)

Genre: Horror Drama / Road-Movie / Black Comedy / Sex

Cast:
Marko - Mihajlo Z. Jovanović
Una - Ana Aćimović
Vanja - Predrag Damnjanović
Džoni – Radivoj Knežević
Maks - Srđan Jovanović
Ceca - Ivan Đorđević
Dragan - Bojan Zogović
Sofija - Nataša Miljuš
Rade - Aleksandar Gligorić
Darinka - Mariana Aranđelović
Franc – Srboljub Milin
Cane – Srđan Miletić
Strahinja – Dragan Đorđević
Sniper – Jovo Maksić

Drehbuch und Regie: Mladen Đorđević

Musik: Janja Lončar
Sound design:
Vladimir Živković
Ausführender Produzent:
Igor Kecman
Produzenten:
Jelena Mitrović, Srdan Golubović
Produktion:
Baš Čelik, 2009.


„I think we started this journey in order to fuck, not to kill“

Mich interessiert Pornografie wegen des Zusammenpralls von Eros und Thanatos. Thanatos gewinnt in der Pornografie, in der Erotik hingegen Eros. Pornografie hat diesen nackten, rohen, grausamen Zugang zum Leben und zu Sex, was sie für mich attraktiv macht. Sie hat dieses demystifizierende, banale Verlangen, das im heutigen Kontext der sterilen europäischen Kultur weniger verlogen erscheint als die maskierte, glatte, mentale Pornografie und die Banalität, die sich hinter der so genannten Kultiviertheit verbirgt. Wegen dieser Naivität erinnern mich Pornos an die naive Kunst, die mir gefällt.“

Der 32-jährige Regisseur Mladen Djordjevic in einem Interview mit Jochen Werner über seinen Film The Life and Death of a Porno Gang.

Der Flirt mit Pornographie zeigt die Verbindung von Eros und Tod
Rohheit, Brutalität und Deutlichkeit sind die dominierenden Effekte dieses Films. Trotzdem ist es nicht beabsichtigt, den durchschnittlichen Zuschauer einfach nur zu schockieren. Die dunklen und bizarren Bilder, die Filmszenen von materieller und geistiger Zerstörung sind notwendig, um die Wahrnehmung des Autors vom modernen Serbien angemessen auszudrücken. Dabei unterstreichen sie auch das Versagen der Hauptverantwortlichen und ihre Unfähigkeit, die totale Katastrophe abzuwenden. Gleichzeitig flirtet der Film anschaulich mit Pornografie, um einfach zu zeigen wie Eros und Tanatos, sinnliche Liebe und brutaler Tod aufeinanderprallen oder wie Verbindungen entstehen zwischen Zerstörungswut und schöpferischen Talenten von Einzelnen und der gesamten Nation.
Vollständiger Text (im englischen Original)
http://bascelik.net/films-gang.php

Eine interessante Kombination von verschiedenen und scheinbar zusammenhanglosen Film-Stilen
Ich denke, das Interessante an der 'Porno-Bande' ist die Kombination von schmutziger Welle Ästhetik (Pavlovic, Zilnik) mit Elementen des modernen japanischen Films, amerikanischen Horrorfilmen, John Water und Paul Morrissey Filmen. Ich wollte ausprobieren, was mit einem Borstenhaar im Schlamm passiert. Das ist für mein Empfinden eine vielversprechende Kombination. Ich bin sehr interessiert an solchen Meta-Film-Methoden, der Kombination von verschiedenen und scheinbar zusammenhanglosen Film-Stilen. Das ist viel aufregender als jedes soziale and politische Engagement, obwohl sich auch die Porno-Bande auf dieser Ebene bewegt. Dieser Film erzählt im Grunde eine Geschichte über den Konflikt zwischen dem ländlichen und dem städtischen Serbien, dem Eros und dem Tod. Es ist ein Film auf dem Balkan, in dem der Tod den Eros, die sinnliche Liebe, besiegt.“
Regisseur Mladen Djordjevic in einem Interview für das Kroatien Magazin Klik.

Quelle (im englischen Original):
http://www.fest.rs/2009/en/vest_019.html


Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=iBJ5uIMY3aU
http://www.youtube.com/watch?v=4obzj1ZeCoA&NR=1
http://www.moviesbox.us/the-life-and-death-of-a-porno-gang.html

THE LIFE AND DEATH OF A PORNO GANG ist ein Sequel zu Vorgängerfilm des Regisseurs MADE IN SERBIA aus dem Jahr 2005.
Herzlichen Dank an Hollandkäse für den Hinweis auf diesen Film.