Dienstag, 21. September 2010

Destricted - PornArt Masturbation

DESTRICTED (2006) ist eine Filmsammlung von 7 engagierten Filmemachern. Ihre Aufgabe war es, Pornografie & Kunst kreativ und provozierend miteinander zu verbinden. Vier der sieben Filmbeiträge beschäftigen sich mit dem Thema Masturbation. Aus diesem Anlass reflektiert RSM die vier Weisen des Do It Yourself in DESTRICTED, die zusammen ein kunstvolles Mosaik der Selbstliebe ergeben.


BALKAN EROTIC EPIC - Klassischer Handbetrieb beim Masturbieren in freier Natur:
Der Mann vom Balkan steht spitternackt im Regen und holt sich einen runter.

 
 Destricted - PornArt Masturbation


Vier mal kunstvolle Selbstliebe
Die kreativen PornArt-Filme der DESTRICTED Kollektion zeigen eindrucksvoll, aber auch irritierend und verstörerisch, wie das menschliche Urphänomen Sexualität sehr unterschiedlich inszeniert werden kann. Vier von sieben Kurzfilmen präsentieren jeweils eine meist männliche Selbstbefriedigung: BALKAN EROTIC EPIC von Marina Abramovic, HOIST von Matthew Barney, DEATH VALLEY von Sam Tayler-Wood und WE FUCK ALONE von Gaspar Noé. Als fünften Film könnte man noch HOUSE CALL von Richard Prince dazunehmen. Der Ruf der Patientin nach ihrem Hausarzt könnte eine weibliche Masturbations-Fantasie sein. Da es hier aber um einen Doktorspiele-Fick im Stil des Golden Age of Porn geht, bleibt dieser Filmbeitrag unberücksichtigt. Ebenso wie der Kopulations-Zusammenschnitt SYN von Marco Brambilla und das explizite Porno Casting IMPALED von Larry Clark, in denen es kein Do It Yourself gibt. Jeder DESTRICTED Regisseur benutzt seinen eigenen Stil und jede Wichs-Performance ist völlig anders gestaltet. RSM dokumentiert die vier ungewöhnlichen Weisen der PornArt Masturbation. Zusammen bilden sie ein kleines Mosaik, das die explizit zelebrierte Selbstliebe auf künstlerische Weise zum Leuchten bringt. 


 HOIST: Intim verbunden mit der Maschine, lässt der Blooming Greenman
(Vincente Pinho Neto) seinen strammen Ständer von der Maschine masturbieren.

Masturbieren - Das Normale in außergewöhnlicher Weise tun und zeigen
Jeder Mensch kennt die Selbstbefriedigung aus eigener Erfahrung. Und alle wissen auch, wie normal und wichtig sie im täglichen Leben ist. Die vier Regisseure, die sich für die Verfilmung der Masturbation entschieden haben, unterstreichen damit auch deren Selbstverständlichkeit. Es ist nichts Außergewöhnliches, mit dem eigenen Körper zu spielen und den sexuellen Höhepunkt mit eigener Hand herbeizuführen. Wohl aber kann das ganz normale Onanieren auf sehr außergewöhnliche Weise und auch durchaus provozierend dargestellt werden. Die vier Formen kunstvoller Selbstliebe regen die Zuschauer zum Nachdenken an. Als stimulierende Wichsvorlage eignen sie sich nicht. Bei näherer Betrachtung offenbaren die vier künstlerischen Auto-Sex-Performationen schonungslos eine Wahrheit, die sowohl das Wichsen selbst betrifft, als auch den Menschen, der sich dem Do It Yourself hingibt. Im folgenden werden diese Charakteristiken der Masturbation als bunte Mosaiksteine vorgestellt. 


DEATH VALLEY: Allein in der Einsamkeit der Wüste und bei großer Hitze
vollzieht der junge Mann (Chris Raines) voller Hingabe den Ritus des Wichsens.

Mosaik Einsamkeit
Der erste Mosaikstein ist das Alleinsein beim Masturbieren. Jeder Mensch befriedigt sich allein und bleibt beim eigentlichen Handbetrieb auch allein. Selbst wenn er dabei in seiner Fantasie virtuellen Sex mit anderen hat. In allen Do It Yourself Beiträgen von DESTRICTED wird deutlich, dass Wichsen ein Akt großer Einsamkeit ist: Ob im feuchten Regen (BALKAN EROTIC EPIC), in der heißen Wüste (DEATH VALLEY), in Verbindung mit der Technik (HOIST) oder im privaten Raum der eigenen Wände (WE FUCK ALONE). Immer ist der Mensch bei der Selbstbefriedigung mit sich allein und dabei auch zutiefst einsam. Am brutalsten wird diese Einsamkeit beim Onanieren in Gaspar Noès Filmbeitrag verdeutlicht. Er rückt gleich drei verschiedene Wichs-Zelebrationen in den Blickpunkt seiner beständigen Kameraschwenks. Ein Mann vergnügt sich mit seiner Gummipuppe, eine junge Frau mit ihrem Teddy. Und ein Porno-Pärchen auf dem flimmernden Bildschirm ist beim Hand- und Blowjob zu sehen, stimuliert vom männlichen Wichsen. Die Sex-Toys sind tote Gegenstände, die nur um so grausamer offenbaren, wie einsam die Auto-Sex-Akteure in ihrem abgeschotteten Heim-Gefängnis agieren. Das im Hintergrund laufende Porno-Video mit seinen flimmernden Wichs- und Blasaktionen, stellt einen weiteren imaginären Ort totaler Isolation dar. Zwischen dem Mann mit der Sex-Puppe, der Frau mit dem Teddybär und dem Blowjob-Pärchen im Video gibt es keine reale Verbindung. Obwohl alle drei im gleichen Wohnbereich anwesend sind, getrennt nur durch Wände und Bildschirm-Scheibe, haben sie keine wirkliche Gemeinschaft. Der Titel von Gaspar Noé's Film WE FUCK ALONE sagt es klar: Beim Wichsen fickt jeder für sich ganz allein. Die Selbst-Befriedigung ist ein introvertierter Akt radikaler EINSAMKEIT!


BALKAN EROTIC EPIC: Der Balkan-Mann penetriert splitternackt das grüne Gras
und befruchtet in intimer Naturverbundenheit den mütterlichen Erdboden.

Mosaik Natur
Ein zweiter Mosaikstein ist die Natur und Naturverbundenheit beim Masturbieren. Drei der Do It Yourself Filme in der DESTRICTED Sammlung ereignen sich in der freien Natur. In BALKAN EROTIC EPIC wird die Befruchtung der Natur dargestellt. Ein splitternackter Mann steht im strömenden Regen auf nasser Erde und wichst seinen Schwanz. In einer anderen Szene liegt ein splitternackter Mann mit dem Bauch auf dem feuchten Gras und macht Penetrationsbewegungen. Eine ganze Gruppe nackter Männer tut das gleiche. Sie penetrieren in alle Richtungen ebenfalls die mütterliche Erde. DEATH VALLEY zeigt dagegen eine völlige Kontrast-Natur. Im trockenen Nationalpark gleichen Namens ist ein einsamer Mann unterwegs. In der sengenden Hitze entblößt er seinen Oberkörper und zieht seinen Schwanz aus der Hose. Dann kniet er sich auf die staubigen Steine und beginnt in der einsamen Landschaft zu masturbieren. Er wechselt dabei mehrfach die Stellung. Schließlich liegt er fast flach auf den Wüstenboden, während er die Handarbeit an seinem Samenspender zur Klimax führt. Die dritte Art von Natur ist wiederum ganz anders. In HOIST (Winde, Kran) ist ein mit Erde und Pflanzen bedeckter, nackter  Mann zu sehen. Er ist wie in einer Symbiose mit einer Maschine vereint und benutzt ihre automatischen Bewegungen, um seinen Penis von ihr masturbieren zu lassen. In seinen Pobacken steckt ein Knollen-Gewächs, das die Funktion eines Natur-Dildos hat. Die Verbindung von natürlichem Fleisch und kaltem Metall ist erfolgreich und führt zum Ausfluss von Sperma aus der fokussierten Eichelspitze des männlichen Naturwesens. In WE FUCK ALONE ist unmittelbar keine Natur zu sehen. Natur ist hier extrem reduziert auf den natürlichen sexuellen Trieb des Mannes und der jungen Frau, die sich in ihrer Isolation mit leblosen Sex-Toys selbst befriedigen. Auch das Porno-Paar auf dem Bildschirm folgt beim Wichsen, Lutschen und Blasen des Schwanzes nur dem sexuellen Begehren der Natur. DESTRICTED zeigt in vier unterschiedlichen, künstlerischen Weisen wie die Natur zum Spielfeld für die Masturbation wird. So offenbart sich die Selbstbefriedigung als der angeborene und naturgemäße, NATÜRLICHE AKT des Menschen! 

WE FUCK ALONE: Auf dem Bildschirm zelebrieren Porno-Darsteller lustvollen Sex.
Pornstar Manuel Ferrara wichst seinen Schwanz und stimuliert die Begierde von Katsumi.

Mosaik Begierde
Der dritte Mosaikstein ist die Libido, der natürliche sexuelle Trieb, der den Menschen immer wieder zum Masturbieren verleitet. Dieses natürliche Begehren ist im Leib und in der Seele spürbar. Sowohl die körperliche Wollust, als auch die seelische Begierde verlangen regelmäßig nach ihrer Erfüllung. Die natürliche Antwort auf das sexuelle Begehren ist die Selbstbefriedigung. Die DESTRICTED Filme zeigen die Masturbation als Handlung zur Triebbefriedigung. Dabei spielt auch das Ambiente eine wichtige Rolle. In BALKAN EROTIC EPIC ist es der strömende Regen und das feuchte Gras, in DEATH VALLEY die schwüle, wüstenartige Gebirgslandschaft. Im HOIST dominiert die technische Welt der Maschinen und in WE FUCK ALONE ist es der vertraute Wohnraum und in gewisser Weise auch der Bildschirm. In diesen verschiedenen Umgebungen und Lokalitäten mit ihrem je eigenen Flair stimulieren die Protagonisten ihre Libido auf sehr ungewöhnliche Weise. Dafür verwenden sie auch merkwürdige Praktiken. Sich im strömenden Regen einen runterzuholen oder die feuchte Erde zu penetrieren, mutet an wie die Suche nach einem außergewöhnlichen Kick. Den sexuellen Trieb in einer einsamen und heißen Gegend zu befriedigen ist befremdlich. In inniger Verbundenheit mit einer Maschine zu onanieren wirkt geradezu absonderlich. Der große Kran mit seiner Winde wird beim Do It Yourself zu einem anormalen, technischen Hilfsmittel für die permanente Lustbefriedigung. Onanieren mit Hilfe von Sex-Puppen und Spielzeug-Teddybären wird vielen Zeitgenossen komisch und verrückt vorkommen. Dagegen scheint die einfache Masturbation des Penis und der kombinierte Hand-&-Blow-Job im Porno-Video noch eine der normalsten Formen der Triebbefriedigung zu sein. Wer die Begierde der Fleischeslust täglich spürt und den Energiefluss seiner Libido immer wieder neu stimulieren will, der gibt sich wie von selbst dem fantasievollen Wichsen hin. Das Do It Yourself wird so zum selbstverständlichen Akt der SEXUELLEN TRIEBBEFRIEDIGUNG!  


WE FUCK ALONE: Das Fingern in den Schamlippen und Spielen mit dem Teddybär 
wird bei der jungen Frau (Shirin Barthel) zur Metapher für den Wunsch zu ficken.

Mosaik Metapher
Der vierte und letzte Mosaikstein im DESTRICTED Kunswerk ist die Matapher der Masturbation. Eine Metapher ist ein Ausdruck, der übertragen wird auf eine andere Handlung oder auf eine tieferliegende Bedeutung. Die Metapher wird zum Sinnbild für eine andere Wirklichkeit, die den Augen verborgen ist. Gerade die künstlerische Darstellung der Pornografie verlangt geradezu metaphorische, d. h. zeichenhafte Darstellungen und Deutungen. Angewendet auf die Selbstbefriedigung in den vier hier reflektierten Filmen heißt das: Onanieren ist zunächst der einfache, sexuelle Akt, der konkret ausgeführt wird. Entsprechend kann er auch inszeniert und angeschaut werden. Darüberhinaus hat das Do It Yourself noch eine tiefere Bedeutung für das innere Gefühls-Leben des Menschen und sein seelisches Empfinden. Äußerlich steht der Körper im Fokus. Konkret werden durch den Handbetrieb Penis und Vagina stimuliert. Innerlich geht es dabei auch um die Stillung der tief verborgenen Sehnsucht. In jeder Menschen-Seele brennt das Verlangen nach Liebe und Erfüllung. Körper und Seele sehnen sich und schreien geradezu leidenschaftlich nach vollkommener Befriedigung. In den bisherigen Ausführungen zu den Auto-Sex-Aktionen in DESTRICTED sind schon einige sinnbildliche Bedeutungen angeklungen.  



BALKAN EROTIC EPIC: Die Kunstvolle männliche Massenpenetration
ist eine Metapher für die Fruchtbarkeit der Natur und die Befruchtung der Erde.

In BALKAN EROTIC EPIC wird das Do It Yourself zu einer Metapher für die Fruchtbarkeit der Erde und des Menschen. Die Befruchtung der Natur geschieht durch die (nicht explizit gezeigten) männlichen Samenergüsse, die durch die Penetrationen in die Erde gestoßen und eingesät werden. Gleichzeitig findet damit auch eine Transformation des Körperlichen in das Spirituelle statt. In DEATH VALLEY ist der Auto-Sex in der Wüste ein Metapher für die Introvertiertheit und Anonymität des Menschen. Sie spiegelt auch sein ungeklärtes Verhältnis zur ursprünglichen Natur wieder. In HOIST lässt die geheimnisvoll-intime Verbindung von Mann und Maschine sicher die meisten Deutungen zu. Die automatisierte Masturbation wird hier zum Symbol für harte Arbeit: Der Naturmann braucht Ausdauer und muss lange am Ständer reiben (lassen) bis der Höhepunkt kommt. Gleichzeitig werden durch das Do It Yourself auch Fantasie und Träume stimuliert. Das Onanieren bewirkt ein Aufblühen des Blooming Greenman, symbolisch dargestellt duch das langsame Anschwillen des Penis bis zur prallen Erektion. Auf symbolischer Ebene findet auch hier eine Transformation statt: Der gewichste und mit Sperma geölte natürliche Körper wird zu einem Skulptur-Kunstwerk. 


WE FUCK ALONE: Das Spielen mit dem Schwanz und sein kraftvolles Reiben
stimuliert in dem Mann (Richard Blondel) den Wunsch zum lustvollen Ficken.

In WE FUCK ALONE sind die Auto-Sex-Performationen eine Metapher für die ersehnte Kopulation. Schon der Film-Titel macht brutal deutlich, dass Gaspar Noé das Wichsen als Symbol und Ersatz für das Ficken versteht. WE FUCK ALONE unterstreicht außerdem, dass beim simulierten Ficken die Wichs-Akteure vollkommen allein und auf sich selbst angewiesen sind. Die benutzten Sex-Toys deuten die Selbstbefriedigung als Spiel, so wie kleine Kinder mit Puppen und Teddys spielen. Der finale Cumshot beim Porno-Pärchen auf der Mattscheibe wird zur Metapher für den Mundfick. Während der Wichser im Porno sein Sperma in den offenen, gierigen Mund seiner Sex-Gespielin spritzt, steckt der masturbierende Mann seinen steifen Schwanz in den Mund der Sex-Puppe und imitiert dabei lustvolle Fickbewegungen. So wird das Porn-Jerk-Off zum Symbol für den ersehnten oder tatsächlich stattfindenden Orgasmus des Mannes bei seiner zelebrierten Selbstbefriedigung. In den genannten Filmen wird die Masturbation konkret und explizit zelebriert. Gleichzeitig  offenbart sie dabei ihr METAPHORISCHES POTENTIAL!


HOUSE CALL: Während einer Art von Masturbationsfantasie 
massiert die Patientin (Kora Reed) ihre schambehaarte Vagina mit ihren Fingern.

Weibliche Selbstbefriedigung
Wie am Anfang erläutert, wird in DESTRICTED die männliche Masturbation fokussiert. In HOIST und DEATH VALLEY sind es nur Männer, die onanieren. In BALCAN EROTIC EPIC wird die weibliche Masturbation angedeutet, als Balkan-Frauen ihren Genitalbereich entblößen und ihr Lustzentrum in den prasselnden Regen halten. Es ist eher eine Vagina-Stimulation, als eine tatsächliche Masturbation. WE FUCK ALONE präsentiert die einzige reale weibliche Selbstbefriedigung durch eigenes Fingern und durch Stimulation mit dem Spielzeug-Teddybär.
Im Filmbeitrag HOUSE CALL gibt es ebenfalls einige kurze, weibliche Masturbationsszenen. Die Patientin fährt einmal mit den Händen über ihren schambehaarten Genitalbereich. Später fingert sie und spielt mit den Schamlippen ihrer Vagina. Der Hausarzt schließlich führt einen dildoartigen Stift (med. Meßgerät?) in ihre Scheide ein und stimuliert auf diese Weise ihren G-Punkt. 



HOIST: Die maschinenforsierte Masturbation stimuliert den Penis zur Ejakulation.
Aus der Eichelspitze tritt das klebrige Sperma hervor und wird mit einem Sieb gefiltert.

Ejakulation 
Jeder, der sich selbst regelmäßig befriedigt weiß, dass zum normalen Do It Yourself Spiel auch die Klimax gehört. Die Stimulation von Penis und Vagina strebt als finales Ziel den Orgasmus an. Beim Mann ist der Höhepunkt erreicht, wenn endlich sein Sperma fließt. Die explizit gezeigte Ejakulation ist der klassische "Moneyshot" im kommerziellen Porno. Welche DESTRICTED Regisseure präsentieren einen Cumshot in ihren Filmen? In BALCAN EROTIC EPIC wird die Ejakulation metaphorisch angedeutet. Einmal durch den Regen und ebenso durch die Penetrationsbewegungen auf der Erde. Im DEATH VALLEY erreicht der einsame Masturbator in der Wüste offensichtlich den Höhepunkt, als er am Ende erschöpft auf den Boden sinkt. Die Ejakulation ist aber nicht zu sehen, sondern bleibt der Fantasie des Zuschauers überlassen. In den beiden anderen Do It Yourself Filmen ist realer Spermafluß auf dem Bildschirm explizit zu sehen. In HOIST wird der Sperma-Austritt aus dem Penis leicht verfremdet dargestellt. Der Blooming Greenman spielt mit seinem Samen und salbt damit seinen Natur-Körper ein. Er "ölt" in gewisser Weise seinen Body, damit er in seiner Symbiose mit der Kran-Maschine besser "läuft" und weiter masturbiert und befriedigt werden kann. Eine optisch gewöhnungsbedürftige, aber künstlerisch gelungene PornArt-Ejakulation. In WE FUCK ALONE zeigt Gaspar Noe, wie schon geschildert, den Cumshot des Porno-Stars im Video. Am Anfang des Filmes wird der Porno-Darstellerin im wahrsten Sinn des Wortes der Mund wässrig gemacht auf das klebrige, weiße Naß im prallen und gewichsten Schwanz ihres Film-Partners. Am Schluß ist es soweit: In mehreren Schüben spritzt er sein Sperma in ihren gierig geöffneten Mund. Optisch unterstrichen werden die Samenergüsse durch den flimmernden Stroboskop-Effekt, der sich durch den ganzen Film zieht. Zwei Samenergüsse sind nicht viel in insgesamt sieben PornArt Filmen. Aber immerhin darf der Lebenssaft über die Bildschirme laufen und deutlich machen, dass das Do It Yourself auch bis zum Finale zelebriert wird.


WE FUCK ALONE: Auf dem Bildschirm erreichen die Porno-Akteure die Klimax.
Manuel Ferrara spritzt sein Sperma aus dem Schwanz in den offenen Mund von Katsumi.

Fazit
Die verschiedenen Auto-Sex-Performationen in DESTRICTED hinterlassen eine zwiespältigen Eindruck. Sie sind künstlerisch wirklich beeindruckend, aber auch verwirrend und herausfordernd. Ihre Wirkung auf Zuschauer ist kontrovers. 
Positiv wird die Selbstbefriedigung als eine natürliche und ur-menschliche Handlung explizit gezeigt. Männer und Frauen geben sich ganz selbstverständlich ihrer sexuellen Begierde hin und befriedigen sich fantasievoll. In dieser Hinsicht ist die Film-Realität in ihrer provokativen Freizügigkeit weiter entwickelt, als es der gesellschaftliche Konsens akzeptiert. Denn in der Öffentlichkeit ist Masturbation heutzutage immer noch ein klassisches Sex-Tabu.
Negativ fällt auf, dass Masturbation als introvertierte und einsame Handlung praktiziert, oft keine stimulierende Wirkung entfaltet. Normalerweise bewirkt ein lustvoll zelebriertes Do It Yourself Entspannung, seelische Ausgeglichenheit und Erlösung. In den DESTRICTED Masturbationen bleiben die Akteure fried- und freudlos. Besonders in DAETH VALLEY fällt auf, dass der Wüsten-Masturbator nach dem (unsichtbaren) Orgasmus noch genau so mißgelaunt und unerlöst ist, wie vor seiner anstrengenden Wichs-Zelebration.  
PornArt-Impulse für den heutigen Lifestyle sind für aufgeschlossene Zeitgenossen immer willkommen. Die hier vorgestellten Filme bringen die Masturbation wie bunte Mosaiksteine zum Leuchten. Auch wenn man nicht alles versteht und interpretieren kann, geben die DESTRICTED Beiträge doch wertvolle Inspirationen. Sie regen an zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung mit pornografischer Kunst oder künstlerischer Pornografie.



BALKAN EROTIC EPIC
(By Marina Abramovic, Male Masturbation, 13 min 02 sec).
An erotic comedy about fertility and myths from the Balkan around the sexual organs.
Watch online BALCAN EROTIC EPIC
http://churchofbutt.com/link/137083

DEATH VALLEY
(By Sam Taylor-Wood, Male Masturbation, 8 min 25 sec)
A young man (Chris Raines) celebrates masturbation until completion in the desert.
Watch online DEATH VALLEY


HOIST
(By Matthew Barney, Male Masturbation, 13 min 37 sec).
A juxtaposition of sexuality & industrial machinery, including masturbation & ejaculation.
 
Watch online HOIST
http://vk.com/video-2429170_51072931


WE FUCK ALONE 
(By Gaspar Noé, Two Male & One Female Masturbation, 23 min 32 sec).
A man and a woman masturbate to the same porn film in different rooms. He uses a sex doll.
 Watch online WE FUCK ALONE
http://vk.com/video25628926_170307957


HOUSE CALL
(By Richard Prince, Short Female Masturbations, 12 min 29 sec). 
A female masturbation and sex fantasy in which a doctor examines the patient's body.

  Watch online HOUSE CALL



Watch online DESTRICTED (5 of 7 movies: BALKAN EROTIC EPIC, SYNC, IMPALED, DEATH VALLEY, HOUSE CALL [uncomplete]).

Source for Pictures and English Description

Dirty Pictures - Why the graphic sex in Destricted is more than porn 

Download DESTRICTED (full movie)
File: Destricted.mkv  Size: 1.0 GB




DESTRICTED auf RSM

Dienstag, 14. September 2010

Lady Chatterley Verfilmungen - Review von Count Lacoste

1928 bescherte D. H. Lawrence den Briten einen weltberühmten Literaturskandal. Seine Lady Chatterley nahm, sexuell frustriert, den Wildhüter ihres Gatten zum Liebhaber und Kopulationspartner. Die Richter zählten akribisch die anstößigen Worte im Roman. Sie fanden 30 mal „fuck“ (ficken) und 14 mal „cunt“ (Möse). Das reichte aus für 30 Jahre Verbot. Der Name des Autors durfte fortan in der BBC nicht mehr genannt werden. Lawrence, nun einer der bestgehaßten Männer Englands, fühlte sich mißverstanden: "Was für den einen Pornographie ist, bedeutet für den anderen das Lachen des Genius." 



Die Lady Chatterley Verfilmungen


Review von Count Lacoste 
 

 
Originaltitel: Lady Chatterley's Lover
Herstellungsland: Deutschland, Frankreich, Großbritannien
Regie: Just Jaeckin

Darsteller:Sylvia Kristel, Shane Briant, Nicholas Clay

Erscheinungjahr: 1981




Orginaltitel: Lady Chatterley
Herstellungsland: Großbrittanien, Frankreich, Belgien

Regie: Pascal Ferran
Darsteller: Marina Hands, Jean-Louis Coullo'ch, Hippolyte Girardot
Erscheinungjahr: 2006 

 
Inhalt:
Lady Chatterley, eine junge, quirlige und unkonventionelle Adlige langweilt sich auf dem Familiensitz Wragby Hall, als junge Frau hat sie auch Bedürfnisse, die ihr halbseitig gelähmter Mann Clifford nicht stillen kann; so fängt sie eine Affäre mit dem Wildhüter Mellors an.

Über den Autor
David Herbert Lawrence wurde am 11. September 1885 als Sohn eines Bergarbeiters und einer Lehrerin in Eastwood (Nottinhamshire) geboren. Zunächst Lehrer, musste er diesen Beruf wegen eines Lungenleidens aufgeben, dem er 1930 erliegen sollte. 


Passport Photo von D.H.Lawrence

Von 1912 an lebte er als freier Schriftsteller. In diesem Jahr lernte er Frieda Weekly, geborene Freiin von Richthofen, eine Deutsche, kennen. Sie bereisten Deutschland und Italien und heirateten 1914 in England. Nach dem Krieg unternahmen sie Reisen in Australien, Neuseeland, Tahiti, Ceylon und Mexiko. 1926 kehrte das Ehepaar nach Italien zurück und hier schloss Lawrence Freundschaft mit Aldous Huxley. In den letzten Jahren lebte er im ständigen Bewusstsein seines nahen Todes. Der zeitlebens Ruhelose starb am 2. März 1930 in Bandol, Südfrankreich. Das erste Werk, das Lawrence als Schriftsteller Rang verlieh, war „Söhne und Liebhaber“, ein Roman aus dem Bergarbeitermillieu mit autobiographischen Zügen. Weiter wichtige Zeugnisse seines leidenschaftlichen Kampfes für eine neue Beziehung zwischen Mann und Frau sind die Romane „Der weiße Pfau“ (1911), „Der Hengst St.Mawr“(1925), „Die gefiederte Schlange“(1926), „Auf verbotenen Wegen“(1912), „Das verlorene Mädchen“(1920), und „Liebende Frauen“ (1920). Lawrences Bemühung, seinem zentralem Thema immer intensivere , immer entschiedenere Gestalt zu geben, gipfelte in dem 1928 beendeten, schon legendären, wegen seiner Kühnheit und Freiheit im Erotischen umstrittenen , lange nur in puritanisch verstümmelten Ausgaben zugänglichen Werk „Lady Chatterley“. 
Von dem Roman "Lady Chatterley’s Lover" entstanden drei Fassungen, die auch alle veröffentlicht wurden. Das allein ist in der Literatur noch nicht absonderlich, doch anders als andere Autoren griff D. H. Lawrence bei den neueren Versionen nicht auf den Vorgänger zurück, sondern fing buchstäblich wieder mit einem weißen Blatt an.
So entwickeln sich auch die vier Hauptfiguren - Constance, deren Ehemann, der Wildhüter und die Haushälterin - über die drei Fassungen, in denen der Wildhüter sogar unterschiedliche Namen erhält, nämlich "Parkin" in den ersten beiden Büchern, "Mellors" im dritten. Auch in der thematischen Gewichtung unterscheiden sich die Werke deutlich

 
 
So hat in der ersten Fassung die soziale und politische Komponente der Minengesellschaft einen deutlich höheren Stellenwert; die pikanten Szenen, für die "Lady Chatterley" seine Bekanntheit erlangte, sind hier seltener und eher blumig beschrieben. Erst die endgültige Fassung "Lady Chatterley’s Lover", der letzte von Lawrence veröffentlichte Roman, erlangte durch die deutliche Beschreibung der sexuellen Vorgänge die weltweite und anhaltende Aufmerksamkeit.

Über die Filme
Just Jaeckin ist ja bekannt für seine ästhetisch inszenierten Filme, man denke dabei seinen Welterfolg „Emanuela“, den er mit der gerade 21 jährigen Niederländerin Sylvia Kristel drehte, die mit dem Film Weltruhm errang. 1981 wagte sich Jaeckin an die Verfilmung von D. H. Lawrence Skandalroman „Lady Chatterley’s Liebhaber“ heran, als Hauptdarstellerin der Connie Chatterley, engagierte er wieder die Kindfrau Sylvia Kristel.
Die erotischen Szenen, in Jaeckins Hochglanzfilm, sind ganz auf Sylvia Kristel zugeschnitten worden. Sie sind handwerklich sehr gut gemacht. Nicht zu übersehen sind die Weichzeichneffekte, die man von Jaeckins Filmen gewöhnt ist. Hier merkt man ganz deutlich, dass der Mann ursprünglich aus der Modefotografie kam. Jaeckin gelingen exzellente Stimmungsbilder. Die beste Szene ist die Schlüsselübergabe zwischen Connie und Oliver Mellors, dargestellt von Nicholas Clay. (Hier heißt der Wildhüter nicht Parkin, wie in der längeren Fassung Nr.2). Im Hintergrund sieht der Zuschauer einen großen, altertümlichen Baum und mystischen, undurchdringlichen Nebel. Die schöne Niederländerin, die mit einem phantastischen Körper gesegnet ist, halte ich aber in diesem Film für eine glatte Fehlbesetzung. Da hatte die französische Regisseurin Pascal Ferran das bessere Händchen für die Wahl ihrer Hauptdarstellerin. Im Gegensatz zu Sylvia Kristel sieht Marina Hands, die die Connie in Ferrans Film verkörpert, nicht wie eine kleine unschuldige Kindfrau aus. Sie entspricht auch ganz dem Bild, das man sich im Roman von der frechen, kultivierten Constance Chatterley macht. Ohne Frage, der Film von Jaeckin ist phantastisch photographiert. Aber er gibt nicht ganz die Vorlage von dem Romanwerk wieder. 
 
Sylvia Kristel und Nicholas Clay zelebrieren
- ästhetisch inszeniert - sinnlich-erotischen Sex 

Im Film tauchen sogar Szenen auf, die im Buch gar nicht vorkommen. Dabei handelt es sich um Protagonisten, die Jaeckin einfach aus seiner Phantasie erfunden hat. Allerdings ist ihm die Darstellung der englischen Oberschicht sehr gut gelungen. Shane Bryant als arroganter Baronet Clifford Chatterley, mit unüberhörbaren Oxford Akzent, war ein eine kongeniale Wahl des Regisseurs. Das Spiel von Bryant als arroganter, gelangweilter Adliger, der an einen Rollstuhl gefesselt ist, ist einfach nur brillant.
2006 drehte die Französin Pascal Ferran Lady Chatterley. Als Basis diente die zweite Version von D. H. Lawrence Roman. Die mittlere erschien 1932 mit dem Namen „John Thomas und Lady Jane“. In seinem Heimatland war sein Hauptwerk jahrelang verboten und D. H. Lawrence war gezwungen seinen Roman in Florenz privat zu drucken. Erst im Jahr 1960 erschien die ungekürzte Fassung bei Penguin Books. Allerdings musste dies noch gerichtlich durchgesetzt werden, denn das Machwerk wurde als skandalös und obszön empfunden.
Ferran setzte den Fokus auf die Beziehung zwischen der Lady und dem tumben Wildhüter Parkin. Die Sexszenen zwischen der Lady und dem Wildhüter sind geprägt von einer leidenschaftlichen Intensität der beiden Hauptdarsteller Marina Hands und Jean-Louis Coulloc’h. Die Franzosen waren schon immer gut im Drehen von erotischen Szenen. Der Malus von Ferrans Film, der gesellschaftliche Wandel, welcher der Handlung den Rahmen gibt, wird völlig außer Acht gelassen. Das britische Klassendenken wird vollständig ausgeblendet. Stattdessen beschränkt sich Ferran auf plumpe Natursymbolik.
Auch das Ende in beiden Filmen ist individuell gestaltet und differiert von der Romanversion von D. H. Lawrence. In Jaeckins Adaption zieht Mrs. Bolton die Vorhänge zu, nachdem Clifford sie als Connie tituliert hatte. In der Einstellung davor fängt Constance Chatterley Mellors vor einem Bergwerk ab und redet auf den sturen Mellors ein. Dieser lässt sich sanft von ihr übbereden und sie umarmen sich. Dem Zuschauer wird ein gutes Ende suggeriert. 


Marina Hands und Jean-Louis Coulloc'h -
Verbotene, sinnliche Liebesspiele 

In Ferrans Fassung kommen sie aus dem Urlaub zurück und nimmt verwundernd zur Kenntnis, dass ihr Mann Clifford auf Krücken gehen kann. Der Wildhüter Parkin wurde durch einen anderen Mann ersetzt. Sie sucht Parkin und eröffnet ihm, dass sie schwanger von ihm sei. Er lässt sich von ihr nicht helfen und will nach Sheffield, um als Bergarbeiter sein Glück zu versuchen. Dabei lässt er offen, ob er sich eine Zukunft mit ihr vorstellen könnte. Es bleiben also Zweifel offen, ob sie zu ihrem Mann oder zu Parkin zurückkehrt.
Der Roman endet damit, dass Lady Chatterley zu ihrer Schwester Hilda nach Schottland zieht, während sie sich von ihrem Mann scheiden lässt. Dort erhält sie eine Nachricht von Oliver Mellors, der inzwischen als Knecht auf einem Bauernhof arbeitet und auf eine gemeinsame Zukunft hofft.


Marina Hands und Jean-Louis Coulloc'h -
Leidenschaftlicher Sex im strömenden Regen

Der Film von der Regisseurin Pascal Ferran wurde in Frankreich mit fünf Cesars ausgezeichnet.

Die Fernsehfassung ist um vierzig Minuten länger als die kürzere Kinoversion.

Kritik
Ich habe diverse Pressestimmen zu beiden Verfilmungen gelesen, wobei ich die BBC Adaption von Ken Russel nicht gesehen habe.
Einige überschütten Ferrans Fassung mit übergroßem Lob und bezeichnen es als Meisterwerk. Wenige üben eine subtile Kritik an der französischen Verfilmung, da möchte ich den Ansatz setzen. Das Buch von Lawrence wurde von der englischen Gesellschaft als Skandal angesehen. Empört war man auch über die explizite Beschreibungen von Sexszenen. Der größte Affront war jedoch die Tatsache, dass eine Aristokratin sich mit einem Mann von niederem Stand einließ und somit gegen das herrschende Klassendenken in England verstieß. Lawrence stammte selber aus einer Arbeiterfamilie. Sein Roman „Lady Chatterley“ trägt autobiographische Züge. Er war zwar mit der deutschen Adligen Frieda von Richthofen liiert und verkehrte in besten Kreisen, doch ein gewisser Minderwertigkeitskomplex blieb an ihm haften, was sich auch in seinem literarischen Werk niederschlug.
Das Klassendenken wird von Ferran und Jaeckin völlig außer Acht gelassen. Sattdessen konzentriert man sich auf die Beziehung zwischen Connie und Mellors. Die intellektuelle Bandbreite des Meisterwerks von Lawrence, wird in beiden Filmen, nicht ansatzweise erreicht. 

Hier sind ein paar Textbeispiele aus der ungekürzten Fassung, die meine These unterstreichen:
Aber Clífford wusste, wenn es auf die emotionale und menschliche Seite ankam, standen diese Selfmademan im geistigen Alter von dreizehn Jahren, waren sie schwächliche kleine Jungen. Die Diskrepanz war ungeheuer und erschreckend. Aber einerlei. Mochte der Mensch in emotionaler und „menschlicher“ Hinsicht in allgemeinen Schwachsinn verfallen – Clifford interessierte das nicht. Mochte das alles zum Teufel gehen. Ihm war nur an der Technik des modernen Kohlebergbaus gelegen und daran, Tevershall aus der Klemme zu helfen. Tag für Tag fuhr er zur Grube, er studierte, er hielt den Generaldirektor und den Übertagemeister und den den Untertagemeister und die Ingenieure in Atem, wie sie es sich nie hätten träumen lassen. Macht! Er spürte, wie ein neues Machtgefühl ihn durchströmte: Macht über all diese Männer, über die Hunderte und aber Hunderte von Bergleuten. Er lernte, er begriff, und er nahm die Zügel in die Hand.1

An einer anderen Stelle des Buches kommt es zu eine heftigen Diskussion zwischen ihrem Mann Clifford und Ihr über die Lage der Arbeiterklasse in Tevershall.
Sie sahen das flache Tal hinauf, zum Bergwerk hinüber und zu den schwarzbedachten Häusern von Tevershall, die wie eine Schlange den Hügel hinaufkrochen. Von den alten braunen Kirche her kam Glockengeläut: Sonntag, Sonntag, Sonntag.
Aber werden die Arbeiter sich Vorschriften machen lassen?“ fragte sie.
Meine Liebe, sie werden müssen: wenn man behutsam vorgeht.“
Aber könnte man nicht ein gegenseitiges Abkommen schließen?“
Durchaus: sowie sie einsehen, dass die Industrie vor dem einzelnen kommt.“
Aber musst du denn die Industrie besitzen?“ fragte sie.
Nein. Aber bis zum Ausmaß, in dem sie mir gehört – ja, ganz entschieden. Der Besitz persönlichen Eigentums ist jetzt zu einer religiösen Frage geworden – wie er das ja übrigens seit Jesus und dem heiligen Franziskus ist. Der springende Punkt ist nicht: Nimm alles, was du hast, und gib es den Armen, sondern: nutze alles, was du hast, um die Industrie zu fördern, und schaff Arbeit für die Armen. Das ist die einzige Möglichkeit, alle Mäuler zu stopfen und alle Blößen zu bedecken. Alles, was wir besitzen, den Armen zu geben, bedeutete den Hungertod – für die Armen genauso wie für uns. Und ein totaler Hungertod ist kein sehr erstrebenswertes Ziel. Selbst allgemeine Armut ist keine hübsche Sache. Armut ist hässlich.“
Aber die Ungleichheit?“
Die ist Schicksal. Warum ist der Planet Jupiter größer als der Neptun? Du kannst nicht die Struktur der Dinge ändern.“
Aber wenn wir dadurch Neid und Eifersucht und Unzufriedenheit wachgerufen werden“, fing sie wieder an.
Dann tu dein Bestes, dies alles aufzuhalten. Irgendjemand muss Boss sein.“
Mir scheint, es sind schlechte Bosse“, sagte sie dann.
Dann rate du ihnen, was sie tun sollen.“
Sie nehmen die Rolle des Bosses nicht ernst genug“, sagte sie.
Sie nehmen sie viel ernster als du deinen Adel“, entgegnete er.
Der ist mir aufgedrängt worden. Ich will ihn nicht. überhaupt nicht!“ brach es aus ihr hervor. Er hielt den Stuhl an und sah sie an.2

Lady Chatterley bäumt sich gegen die bestehende Ordnung auf und möchte die Dinge ändern, während ihr Mann Clifford den Status Quo erhalten will. Er setzt auf den technischen Fortschritt der Industrie, die ja wiederum den Arbeitern zugute kommt. Dass dem nicht so ist, zeigt ja die Jetztzeit. Der technische Fortschritt nutzt nicht dem Proletariat, sondern nur den herrschenden Klassen, die das Produktionskapital in der Hand halten. 
 

Wenn ich zwischen den zwei Verfilmungen wählen müsste, würde ich mich für die französische Produktion entscheiden, trotzt der Überlänge sind mir die wundervollen Naturaufnahmen nicht entgangen, die expliziten Liebesszenen zwischen den beiden Hauptakteuren entfachen ein Feuerwerk der Lust und Leidenschaft, die erotischen Einlagen, wären bestimmt auch im Sinne von D. H. Lawrence gewesen.
Ich sehe den Roman von Lawrence auch als ein sozialkritisches Werk, es lag dem Autor wohl mehr daran, die sozialen Missstände in seiner englischen Heimat zu beschreiben, die Affäre zwischen Wildhüter und Lady, diente nur als Beiwerk und ist auch als Provokation gegen die englische Upper Class zu verstehen. 
 

Verfilmungen
1955: Die Liebe der Lady Chatterley – Regie: Marc Allegret,
1981: Lady Chatterleys Liebhaber (Lady Chatterley’s Lover) – Regie: Just Jaeckin,
1992: Lady Chatterly – Regie: Ken Russell und
mit Joely Richardson und Sean Bean
in den Hauptrollen (Fernsehproduktion der BBC).
Diese Version ist auch auf DVD bei KSM am 05.11.2009 veröffentlich worden.


2006: Lady Chatterley – Regie: Pascale Ferran, ausgezeichnet mit Fünf Cesars.

Laufzeit der ZDF-Fassung: 126:44 Min.

Laufzeit der Kinofassung: 161:11 Min. 


Link - Interview mit Pascal Ferran
http://www.arte.tv/de/Interviews/1572016.html


1 Seite 99 D.H.Lawrence, Lady Chatterley’s Liebhaber, Rowohlt Taschenbuch 1982 , ungekürzte Ausgabe
2 Seite 166, D.H.Lawrence, Lady Chatterley’s Liebhaber, Rowohlt Taschenbuch 1982 , ungekürzte Ausgabe

Montag, 13. September 2010

Ficken - Ein Poem von D. H. Lawrence - Explicit Sex Reflection (DE)

Wie sprechen wir über Liebe, Erotik und Sex? Welche Worte verwenden wir, wenn wir über die schönste und natürlichste Handlung zwischen Menschen reden? Wenn es um die intime Beziehung und körperliche Vereinigung von Menschen geht, ist es nicht immer leicht, die richtige Ausdrucksweise zu finden. Das Spektrum der Worte für Sex ist vielfältig. Z.B. fachliche Ausdrücke: Geschlechtsverkehr, Miteinander schlafen, Liebe machen, Sex machen, Kopulieren, Koitieren, Penetrieren. Oder umgangssprachlich: Bumsen, Poppen, Rammeln, Schnackseln, Vernaschen. Oder aus der Tierwelt: Vögeln. Manche Begriffe davon gelten als vulgär. Ist FICKEN auch ein obszönes Wort? Pubertierende benutzen es oft inflationär. Ursprünglich hatte FICKEN eine weitergehende Bedeutung. Als Ausdruck für den Geschlechtsakt ist das englische FUCK seit dem 15. Jh und das deutsche FICKEN ab dem 16. Jh. belegt. Heutzutage scheint FICKEN nur sehr langsam öffentlich akzeptiert zu werden. 


 Lady Chatterley (Sylvia Kristel) und Wildüter Mellors (Nicholas Clay)
genießen es, romantisch und leidenschaftlich miteinander zu Ficken.


Fuck - Ficken

Explicit Sex Reflection



 
Erotisches zur Nacht
Erotisches zur Nacht ist ein Blog zu Erotik, Kunst und Freiheit! Die Seite ist für alle gemacht, die gern erotische Geschichten lesen oder erotische Kunst mögen, die in einer Aktfotografie mehr sehen, als billigen Porno, für jene, die ein erotisches Bild nach seinem künstlerischen Wert beurteilen und für die erotische Literatur eine Form künstlerischen Ausdrucks ist. Vor allem aber ist der Blog für die, denen künstlerische Freiheit ein wichtiges Element des Lebens ist.
Webseite Erotisches zur Nacht: http://www.erotisches-zur-nacht.de

Bei EROTISCHES ZUR NACHT wurde das folgende Poem FICKEN des Schriftstellers D. H. Lawrence gefunden: 





Ficken

Ein Poem von D. H. Lawrence


Sex zu einer schmutzigen Sache zu machen, ist das Verbrechen unserer Zeit. Wir brauchen Liebe und Hingabe an uns, an Sex, denn Ficken ist ein Sakrament der Freude. 


 
Der englische Schriftsteller David Herbert Lawrence (1885-1930) hat sich in seinen Werken unter anderem auch intensiv mit dem Thema Sex beschäftigt. In seinem als Skandal empfundenen Roman "Lady Chatterleys Lover" (1928) benutzte er mehrfach den öffentlich verpönten Ausdruck "fuck", "fucked", "fucking". Die Bezeichnung "Ficken" für den Geschlechtsverkehr wurde damals als äußerst vulgär empfunden und führte zur Verbannung des Romans. Es dauerte noch 30 Jahre, bis "fuck" - "ficken" erstmals offiziell gedruckt werden durfte. 


 
D. H. Lawrence kritisiert in dem Poem über Sex zu recht, dass die schönste Sache der Welt leider oft zu einer schmutzigen Handlung gemacht wird. Die Verteufelung und moralische Verurteilung körperlicher Liebe empfindet er als Verbrechen an der Menschheit. Mit seiner Richtigstellung propagiert er ein neues Ideal: Menschen brauchen Liebe und sie leben aus der Hingabe und dem Sex. 


 
Und dann kommt der Paukenschlag: Ficken ist ein Sakrament der Freude! Die Formulierung ist ungewohnt und wagemutig. Die Kombination der Worte FICKEN - SAKRAMENT - FREUDE ist durchaus provokant. Der Schriftsteller will damit sagen: Der Liebesakt (Ficken) ist die Quelle des Lebens (Sakrament) und dient der Freude des Menschen. 


 
Ficken meint hier nicht nur im pornografisch einengenden Sinn die Penetration der Vagina durch den Penis. Viellmehr ist es hier ein poetischer Ausdruck für die körperliche und seelische Vereinigung eines Liebespaares im Geschlechtsakt. Dazu gehört auch das sinnliche Vorspiel, die leidenschaftliche Klimax und das genussvolle Nachspiel. In diesem ganzheitlichen Sinn des Liebesaktes katapultiert das Ficken die vereinten Liebespartner in himmlische Sphären und lässt sie in Ekstase jauchzen und jubeln. 

  
Vielleicht kann man das religiöse Wort Sakrament mit der freien Umschreibung als Himmelsgeschenk noch besser verdeutlichen. Dann könnte das Poem frei nach D. H. Lawrence auch so lauten: 


Ficken ist ein himmlisches Geschenk zum Jubeln!

 
 
Die Liebesszenen, die Just Jaeckin mit Sylvia Kristel und Nicholas Clay 1981 erotisch und ästhetisch gefilmt hat, verkörpern eindrucksvoll das Poem auf sinnliche Weise. 




So schön und romantisch kann Ficken sein:
  
Sylvia Kristel & Nicholas Clay beim sinnlichen Liebes-Fick
in LADY CHATTERLYS LIEBHABER 
 
Siehe auch:
http://www.spruechetante.de/sprueche-sammlung/index.php/category/erotische-sprueche/


Die Fotos zur Illustration des Poems FICKEN stammen aus der D H Lawrence Verfilmung LADY CHATTERLYS LIEBHABER (LADY CHATTERLY'S LOVER) aus dem Jahr 1981 mit Sylvia Kristel als Lady Chatterly und Nicholas Clay als Wildhüter Mellors. 


Ficken ist ein himmlisches Geschenk zum Jubeln!