Montag, 26. Oktober 2015

Darsteller-Innen folgen ihren eigenen Leidenschaften - Schnick Schnack Schnuck Review

Das feministische Filmmagazin FILMLÖWIN, das Filme von und über Frauen fokussiert, bringt eine Rezension über die Welturaufführung von SCHNICK SCHNACK SCHNUCK auf dem PFF. Autorin 'filmsophie' erinnert daran, dass Regisseurin Maike Brochhaus versucht an den Pornoschick der 70er Jahre anzuknüpfen. Entsprechend werden explizite Sexszenen mit einer Spielhandlung verbunden, die sich selbst nicht immer ernst nimmt und das nötige Spass-Potential hat.

Darsteller-Innen folgen
ihren eigenen Leidenschaften

Schnick Schnack Schnuck - Review


Der Sexperimentalfilm von Maike Brochhaus hat die FILMLÖWIN begeistert
und sie bekennt: Bei SCHNICK SCHNACK SCHNUCK lohnt sich das Porno-Schauen.


Neuerfahrung Expliziter Sex 
SCHNICK SCHNACK SCHNUCK ist eine ganz im Sinn der Porno-Tradition recht einfach erzählte Geschichte. Höhepunkt ist am Schluss eine orgiastische Party, in der alle miteinander die freie Liebe feiern. Für die Laiendarsteller waren die echten Sexszenen vor der Kamera eine große Herausforderung und (mit zwei Ausnahmen) auch eine völlig neue Erfahrung.
"Handlungselemente und Sexszenen stehen in SCHNICK SCHNACK SCHNUCK in einem guten Verhältnis. Wo das Schauspiel manchmal ein bisschen hakt, wirkt der Sex umso authentischer. Hier wurde dokumentarisch gearbeitet, das heißt ohne Drehbuch, das Stellungswechsel und Stöhnlautstärke vorgibt. Stattdessen konnten die Darsteller_innen größtenteils ihren eigenen Leidenschaften nachgehen."


Alternative Pornos zeigen eine gleichberechtigte Sexualität und
haben ein großes Sensibilisierungs-Potential für das eigene Sexualverhalten.


Hetero-Sex mit leichten Wandlungen
'filmsopie' bedauert es, dass die Geschichte von der Norm der Heterosexualität bestimmt ist. Entsprechend den klar definierten Geschlechterrollen gibt es im Film keine Queerness. Die Rezensentin lobt aber auch, dass die Paare für Sexperimente offen sind, auch in Beziehung mit dem eigenen Geschlecht. Besonders freut es sie, dass Regisseurin Maike Brochhaus gängige Porn-Klischees überwindet und damit 'coole Jungs' ermutigt, auch mal über den sexuellen Tellerrand zu blicken.  
"SCHNICK SCHNACK SCHNUCK ist nicht nur sexy, sondern auch ziemlich witzig. Außerdem beinhaltet der Film diverse Metagespräche über Sexualität und alternative Beziehungsformen und hat damit zudem einen Bildungsaspekt. Wie auch der grundsätzlich sichere und respektvolle Sex eine wichtige Botschaft sendet."

Vollständige Revie in FILMLÖWIN
http://filmloewin.de/pff-2015-schnick-schnack-schnuck/
 

Weitere Kino Aufführungen
SCHNICK SCHNACK SCHNUCK


Premiere in Köln:
31.10.2015, Filmforum NRW (Museum Ludwig)
Einlass: 19:45 Uhr, Filmbeginn 20:30 Uhr

21.11. / Köln – Filmfestival Exposed, 
22:00 Uhr, Filmhauskino

SCHNICK SCHNACK SCHNUCK Kino-Termine


 Maike Brochhaus - Beste Regisseurin

Für ihren Porno SCHNICK SCHNACK SCHNUCK wurde Maike Brochhaus
von der Jury zur Besten Regisseurin auf dem PornFilmFestival 2015 gewählt.

Best director: Maike Brochhaus for SCHNICK SCHNACK SCHNUCK
Walter Crasshole berichtet im EXBERLINER über die Auszeichnungen auf dem PFF:
"I’ve mentioned the opening film a couple of times already – and it was clearly on a lot of people’s mind at the fest. Many had something to say and all of it pretty positive. But to top it off, the film is just a damn good time, so do yourself a favour, grab a lover and get down with it."

Quelle EXBERLINER




Schnick Schnack Schnuck
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Samstag, 24. Oktober 2015

10. PFF - Eros & Sexus Highlights - Dokumentationen & Sonderprogramme

Aus dem umfangreichen Programm des 10. PornFilmFestivals 2015 folgen einige weitere ausgewählte Hinweise auf pornophile Zelebrationen der Fleischeslust. 

10. PFF - Eros & Sexus Highlights
Dokumentationen & Sonderprogramme

Szene aus Jan Soldats Fetisch-Doku HAFTANLAGE 4614.


Dokumentationen

HAFTANLAGE 4614


von / by: Jan Soldat
DE 2015, 60 min, dt. OV + engl. UT
 
Sa. / Sat. 24.10. 15:30
+ MEIN TAG MIT TARNA ( S./p. 55)

 
 D Dokumentation / FT Fetisch / S Schwul / NX Keine explizite Sexszenen

PFF-Dauergast Jan Soldat (Gewinner des Kurzfilmpreises 2009 mit ENDLICH URLAUB) ist bekannt für Filme, die gern dahin gehen, wo es weh tut. Was läge da näher, als einmal Folter und Unterwerfung aus nächster Nähe in einem Gefängnis zu beobachten? Allein: Dieses Gefängnis ist keine gewöhnliche Anstalt, sondern das Freizeitvergnügen einiger Knast-Fetischisten, die hier unter möglichst „echten“ Bedingungen ihre Fantasien ausleben können. Die Kamera geht mit in die Zelle, beobachtet absurde aber auch brutale Szenen und begleitet die „Gefängniswärter“ bei ihrer Arbeit. Wie immer bei Soldat-Filmen gibt es keine Schamgrenze seiner Protagonisten und der Film gewährt tiefe Einblicke in das Bedürfnis nach Fetisch, nach Unterwerfung und nach der perfekt ausgelebten Sexfantasie. 


Jan Soldat, who has shown his shorts in previous PFF’s, is known for insightful films on people and the places where their sexual fantasies come true, without shame or inhibition. This is a portrait of a privately-run prison in which men can get themselves locked-up and tortured voluntarily. The inmates are fully immersed in their fantasy and the “guards” are performing their duty as well as their own dreams.
FUCKING IN LOVE


von / by: Justine Pluvinage
FR 2014, 73 min, engl. OV
 
Do. / Thu. 22.10. 11:00 +
Fr. / Fri. 23.10. 18:15

 H Hetero / X Explizite Sexszenen / D Dokumentation / F Film von einer Frau

Justine hat sich nach einer langjährigen, monogamen Beziehung von ihrem Partner getrennt. Er war der erste und einzige Mann in ihrem Leben, und jahrelang hat sie geglaubt (oder sich einreden lassen), Sex sei eine Nebensache. Sie hat viele Erfahrungen nachzuholen, und nach der Trennung reist sie nach New York, um sich in sexuellen Begegnungen mit verschiedensten Männern selbst etwas besser kennen zu lernen. FUCKING IN LOVE ist eine Art erotisches Reisetagebuch auf einer „fleischlichen und emotionalen Reise“, so Pluvinage – das intime und lebendige Dokument einer biografischen Versuchsanordnung, in der die Hingabe an den Körper des Anderen Erkenntnis und Bestätigung der eigenen Identität bedeuten kann.


During the long years of her first and only relationship, Justine thought sex was something of little importance. But now she travels to New York to learn something about herself by means of sexual encounters with different men. FUCKING IN LOVE is a kind of erotic travel diary – an intimate document of a biographic experiment that shows to which insights physical commitment can lead us.

Trailer FUCKING IN LOVE  https://vimeo.com/106794517


Sonderprogramme

SENSATIONS


von / by: Lasse Braun
mit / with: Brigitte Maier, Véronique Monod, Tuppy Owens
FR/NL 1975, 77 min, engl. OV
So. / Sun. 25.10. 00:15
Moviemento

H Hetero / L Lesbisch / X Explizite Sexszenen / FT Fetisch / X Explizite Sexszenen

Anlässlich seines Todes am 16. Februar 2015 ehrt das Pornfilmfestival den großen europäischen Sexfilmregisseur Lasse Braun mit der Vorführung eines seiner größten Klassiker. In SENSATIONS führt er uns, aus der Perspektive der Amerikanerin Margaret, in ein Amsterdamer Sexwunderland, in dem der Traum von der freien Liebe zur fröhlich-optimistischen Lebenswirklichkeit geworden ist. Auch formal kündet Brauns Film, der 1975 bei den Filmfestspielen in Cannes uraufgeführt wurde, von einem verlorenen Traum – dem der Verschmelzung von Pornografie und Erzählkino. Kunstvoll inszeniert, wunderschön gefilmt und mit einem großartigen Soundtrack veredelt zieht SENSATIONS mühelos und voller Lebenslust auch ein heutiges Publikum mitten hinein in die sexuellen und künstlerischen Utopien der 70er Jahre. 


In SENSATIONS the great European erotic film director Lasse Braun – who died on 16 February 2015 – shows the American Margaret experiencing the wonderful sex world of Amsterdam. Here, the dream of free love has become reality. Even in its form the movie which premiered in Cannes 1975 tells about a lost dream – that of merging pornography and narrative cinema – and all that with a fabulous soundtrack …

 3 kurze SENSATIONS Trailer


 Lasse Braun - Autor, Regisseur, Produzent  (1936 - 2015)
“I believe pornography is at the center of the biggest cultural 
revolution of our century.” Lasse Braun, Regisseur von Sensations.
 http://www.imdb.com/name/nm0105808/


DAS AUGE FICKT MIT


Zum 10. Pornfilmfestival präsentiert das Moviemento-Team Kurzfilme und Filmausschnitte, die in den letzten Jahren für Entsetzen, Gelächter oder Schweiß im Vorführraum gesorgt haben. 
On the occasion of the 10th Pornfilmfestival, the Moviemento team presents short films and scenes from features that have provoked horror, laughter and/or sweat in the projection rooms in the last few years.
http://www.pornfilmfestivalberlin.de/2015/de/filme/das-auge-fickt-mit/


DOES INTERNET KILL 
THE PORNSTARS?


Vortrag von  CYRILLE MARIE (PARIS)  in English language

Vortrag über die Geschichte der schwulen Pornostars, von den frühen Legenden bis heute. Wie hat das Internet die Regeln verändert, nach denen Pornodarsteller Karriere machen? 


CYRILLE MARIE has been broadcast manager of PinkX since 2007 and plays an important part in creating the editorial line of the channel. He has a good knowledge of the gay market and more especially of the gay adult industry, from the beginnings of gay porn in the 70’s to the internet turning point. He often participates as an expert in documentaries, such as SAGAT. 

10. PFF - Eros & Sexus Highlights - Spielfilme und Kurzfilme

Das Pornfilmfestival bietet auch in diesem Jahr wieder ein breitgestreutes Spektrum kreativer erotisch-sexueller Highlights. Auf anregende Weise beleuchtet es die vielfältigen Facetten der Fleischeslust. Aus dem reichhaltigen Programm folgen hier einige Hinweise auf pornophile Höhepunkte aus den Bereichen Spielfim und Kurzfilm.

10. PFF - Eros & Sexus Highlights
Spielfilme & Kurzfilme




Spielfilme

GIRLS SEX TRICKS


von / by: Lara Tinelli
mit / with:  Ana Marco , Carol Vega , Julia De Lucia
ES 2014, 96 min, span. OV + engl. UT
Do. / Thu. 22.10. 23:00
 Moviemento

 H Hetero / X Explizite Sexszenen / F Film von einer Frau

Es ist ein guter Jahrgang für schlaue, selbstreflexive Pornokomödien! Sogar der oft unbelehrbar erscheinende Mainstream scheint inzwischen begriffen zu haben, dass die alten, sexistischen Formeln nicht mehr funktionieren, angesichts eines neuen Publikums, das keineswegs das Interesse verliert, sondern eher nach mehr und besserem Porno verlangt. Diese Produktion des spanischen Labels Thagson entstammt dem Mainstreamporno, und das sieht man Darsteller*innen und Sexszenen auch an. Aber dennoch, da ist soviel Witz und Cleverness in allem Drumherum, ein ironisches und kluges Spiel mit Gender- und Pornostereotypen, wie man es in einem kommerziell produzierten Hochglanzporno lang nicht mehr gesehen hat! Das macht, Silikon und Konvention zum Trotz, einen Kinoabend lang Spaß!


Yes, it’s true – we have found some clever, self-reflective porn-comedies this year! Even mainstream producers seem to have understood that today’s audience isn’t bored by pornography but instead wants more and better porn. GIRLS SEX TRICKS by Spanish label Thagson is clearly mainstream – you’ll recognize the style of performers and sex scenes – but it is mainstream that doesn’t take itself too seriously!


Trailer GIRLS SEX TRICKS  https://vimeo.com/94498385


A.K.A. FUCK


von / by: PVB 
DE 2015, 75 min, engl. OV
Worldpremiere
Fr. / Fri. 23.10. 12:15 +
So. / Sun. 25.10. 21:45 

S Schwul / X Explizite Sexszenen

2014 hatte das Projekt „Pretty Vacant“ mit einer Reihe kunstvoller, pornographischer Porträtfilme das PFF geprägt. Ihr erster abendfüllender Film A.K.A. FUCK knüpft nun an die unverwechselbare Ästhetik ihrer Kurzfilme an, und verwebt mehrere neue Porträts zu einem narrativen Reigen schwuler sexueller Individualitäten. Das Konzept ist schlicht und verblüffend bewegend: Ein junger Mann spricht über intimste Erlebnisse, Fantasien und Gedanken. Von der Initiation in den schwulen Sex über erotische Erfahrungen bis hin zu verborgensten sexuellen Wünschen. Dabei sehen wir ihm zu, allein oder mit anderen, in schwebenden, sonnigen Bildern, die aus anderen Welten herbeigeweht scheinen. So schön war schwuler Sex auf der Leinwand selten.


The project “Pretty Vacant” already left an impression at last year’s PFF. Their first feature-length film A.K.A. FUCK stays with the distinctive aesthetics of their short films and links new portraits of gay sexual individualities. The concept is pretty simple: A young man tells about his most intimate experiences, fantasies and thoughts. We see him alone and together with mates, in hovering images. A rare example of beautiful gay sex on screen.

Presented by:
BONER MAGAZINE


HÄRTE


von / by: Rosa von Praunheim
mit / with: Hanno Koffler , Marion Erdmann , Katy Karrenbauer, Andreas Marquardt
 
DE 2015, 88 min, dt. OV + engl. UT
So. / Sun. 25.10. 17:30

H Hetero / NX Keine explizite Sexszenen / D Dokumentation / SW Sexwork

Essayistisches Porträt eines Verbrechers, Opfers und Geläuterten: HÄRTE ist die wahre Geschichte des Karateweltmeisters Andreas Marquardt aus Berlin, einst brutaler Zuhälter, der acht Jahre im Gefängnis saß. Durch eine Therapie arbeitete er den jahrelangen sexuellen Missbrauch durch seine Mutter auf, heute setzt er sich selbst für missbrauchte Kinder ein. Erzählt wird auch die Geschichte von Andreas’ Freundin Marion, die jahrelang für ihn anschaffte und die bis heute zu ihm hält. Der Film analysiert, wie Opfer zu Tätern werden und wie Frauenhass entsteht. Dokumentarische Interviews mit Marquardt wechseln mit intensiven Spielszenen mit grandiosen Schauspielern.
Anschließend gibt es eine Diskussion mit Rosa von Praunheim und Gästen über das Thema „Frauen als Sexualtäterinnen“.


This essayistic portrayal tells the story of karate world champion Andreas Marquardt from Berlin, infamous as a brutal pimp and misogynist who served eight years in prison. Psychotherapy turned him around, he became aware of his own sexual abuse by his mother, and today he campaigns for sexually assaulted kids. The film analyses the sources of misogyny and how victims become offenders, mixing documentary with fiction.

 
HÄRTE (2015)   


Kurzfilme

SONATA


von / by: David Bloom
DE 2015, 19 min, int. OV
 
H Hetero / X Explizite Sexszenen

Eine Orgie der Sinne im Kellergewölbe, ein leibhaftiges Gemälde.

An orgy of the senses in a dungeon, a buoyant tableau brought to life. 

SONATA is the second dance film in the Sex & Space Trilogy, exploring the intersection of pornography & choreography, after 2013’s Quintet – a choreopornographic experiment, & will premiere at the Berlin Porn Film Festival 2015, October 21-25 at the Moviemento Cinema. SONATA focuses on musicality, phrasing, & combining voice & movement. It is a study of the body’s inside & outside, & features movement initiated from the digestive system, artsy costumes, & fruit.




PORN RITUALS

von / by: Chris Phillips
DE 2015, 2 min, int. OV

H Hetero / NX Keine explizite Sexszenen


Ein Partytrailer zum Frühlingserwachen.
 A party trailer for the spring awakening.



Dienstag, 20. Oktober 2015

Blicke auf nicht normative Sexualität - Interview mit Jürgen Brüning

Jürgen Brüning (Jahrgang 1958) studierte in Berlin Pädagogik und Psychologie. Die Pornografie hat ihn schon immer begeistert und so hat er sich entschlossen als Filmproduzent zu arbeiten. Ein Schwerpunkt seines Filmemachens sind Gay Hardcorefilme, die er seit 1996 mit seinem Filmstudio CAZZO produziert hat und ab 2003 mit seiner eigenen Produktionsfirma WURSTFILM. 
Der Gründer und Kurator des PornFilmFestivals Berlin hat freundlicherweise einige Fragen beantwortet, die RSM mit dem Dank an ihn veröffentlicht.


Jürgen Brüning initiierte im Oktober 2006 das erste PFF in Berlin.
Damals war es weltweit das erste seiner Art.
Inzwischen gibt es ähnliche Festivals auf drei Kontinenten.


PFF-Gründer Jürgen Brüning 


Beschäftigung mit Pornografie
Vor zehn Jahren hat Jürgen Brüning das PornFilmFestival ins Leben gerufen. Sein Anspruch war und ist es, das Genre Erotik, Sex, Porn künstlerisch, gesellschaftlich und philosophisch neu zu deuten. Mit dem Festival will er die Menschen dazu anregen, sich mit Pornografie zu beschäftigen. Die Leute sollen sich erst einmal in angenehmer Atmosphäre einen Porno anschauen, bevor sie darüber reden. Nach dem Anschauen, möchte er dann aber auch ins Gespräch mit ihnen kommen. Dann dürfen Gedanken ausgetauscht und leidenschaftliche Diskussionen geführt werden. Jürgen weiß, dass man in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten ungezwungen, intelligent und humorvoll über Sex und Porn reden kann.   

 
 
Explizites Spiel mit dem Schwanz und der Waffe in THE RASPBERRY REICH (2004):
Unter der Regie von Bruce LaBruce produzierte Jürgen Brüning diesen Revoluzzerfilm.


Alternative Pornografie
Das Besondere des PFF war von Anfang an, dass dabei keine kommerziellen Industrie-Pornos gezeigt wurden. Vielmehr stehen in den fünf schönen Oktobertagen jedes Jahr Independent-Pornos im Fokus, die inhaltlich und formal expliziten Sex ganz anders zeigen, als klischeehafte Hardcore Produktionen. Natürlich wird auf der Leinwand auch explizit gewichst und gefickt. Gleichzeitig wird aber auch das ganze bunte Spektrum der menschlichen Sexualität präsentiert. Die alternative Pornografie fokussiert alle Spielarten der Fleischeslust von sinnlich bis schrill und das auf höchst unterhaltsame Weise. Z. B: BDSM, Fetisch, Cruising, Japan-Bondage, Sex und Schwangerschaft oder auch die Frage "Wie drehe ich meinen eigenen Pornofilm?".


Eine langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit seit vielen Jahren:
Produzent Jürgen Brüning und der kanadische Regisseur Bruce LaBruce.


Aus Jürgens Vorwort zum 10-jährigen PFF  
"Das Pornfilmfestival Berlin hat einen öffentlichen Raum erschaffen, wo sich für fünf Tage Menschen treffen, die in ihren Meinungen noch nicht festgelegt sind. Sie stellen die Deutungshoheit der Meinungsmehrheit in Frage und hinterfragen sich auch ständig selbst. Mal kämpferisch, meistens launig und immer lustvoll."
Vollständiger Text von Jürgen: Willkommen zum PFF



Prosexuell, undogmatisch, explizit: 
Jürgen kennt keine Tabus bei der Darstellung menschlicher Sexualität.
 

Blicke auf nicht normative Sexualität -
10 Jahre PFF Berlin

Interview mit Jürgen Brüning


1992 hast du das „Schwullesbische Filmfestival Berlin“ ins Leben gerufen. War das der Vorläufer des PFF?
Mit Anderen habe ich 1992 das Schwullesbische Filmfestival Berlin gestartet. Im Rückblick könnte es als Vorläufer des PFF gesehen werden. Wir haben ja nach drei Ausgaben aufgehört, weil wir den Eindruck hatten, das Publikum interessiert unsere Filmauswahl nicht. Vielleicht war das noch zu früh.

Vor 10 Jahren gab es dann den Startschuss für das PFF Berlin. Was war damals deine Idee und Vision?  
Ich hatte ja schon 10 Jahre Erfahrung und viele Berührungspunkte mit der Pornoindustrie, da ich ja seit 1996 mit CAZZO schwule Pornos produziert hatte. Ich wollte einfach den Mainstream mit den unabhängig gemachten Filmen zusammenbringen. Unterschiedliche Blicke auf nicht normative Sexualität. 

Haben sich die Erwartungen und Ziele erfüllt?
Ich bin der glücklichste Mensch der Welt. Eigentlich wünsche ich mir eine klassenfreie, friedliche Welt und wie ich im Vorwort des diesjährigen Kataloges  geschrieben habe, ist die Vision einer Welt, die kein Pornfilmfestival mehr braucht, sehr reizvoll.

Wie hat sich das Festival in den 10 Jahren entwickelt? 
Es hat sich schön entwickelt.

Welche Kriterien habt ihr im Kuratorium für die Auswahl der Festivalfilme?
Unsere Auswahl ist subjektiv. Wir freuen uns über Filme, die formal und inhaltliche eine kreative Vision zeigen. 

Welche Genres oder besondere Interessen und Schwerpunkte bevorzugst du bei deiner Arbeit als Filmproduzent?
Persönliche Visionen von RegisseurInnen, die mich ansprechen und dich ich verstehe. Explizite Inhalte sind kein Hindernis.

Gibt es bei Pornofilmen für dich eine Schamgrenze oder irgendwelche Tabus?   
Diese Begriffe aus einer bürgerlichen, in kapitalistischen Gesellschaftsstrukturen verendenen Welt spielen für mich keine Rolle. 

Warum ist z. B. brutale Gewalt als filmisches Stilmittel kritiklos akzeptiert, während nacktes Fleisch und expliziter Sex immer noch verpönt sind und öffentlich zensiert werden?   
Weil die MachthaberInnen dies als Kontrollmechanismen benutzen, um ihre Machtstrukuren zu erhalten.

Welche Zutaten gehören zu einem guten und geilen Pornofilm, der das Sehen lohnt?  
Das ist individuell. Alle habe ihre eigenen Fantasien, was sie sehen möchten.



Jürgen Brüning Filmografie
http://www.filmportal.de/person/juergen-bruening_75f9593b23d2424784df5fb367c000c7

THE RASPBERRY REICH (2004)
http://www.filmportal.de/film/the-raspberry-reich_e60c327b9c4049bcabad53443258afa1

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